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Serienstraftäter Thomas Wolf

Täter braucht verschreibungspflichtiges Medikament 'L-Thyroxin'

Aus den Spuren des in dem am 1. Mai in Harpstedt (Landkreis Oldenburg) aufgefundenen Fluchtfahrzeug des Entführers Thomas Wolf haben sich nach Polizeiangaben zahlreiche Hinweise und auch weitere Fragen ergeben. Wolf hatte am 27. März die Frau eines leitenden Bankangstellten in Wiesbaden entführt und erfolgreich 1,8 Mio. Euro Lösegeld erpresst. In Harpstedt fuhr er sich mit seinem Fluchtwagen in einem Waldstück fest.

Folgende Aufenthaltsorte von Wolf konnten von der Polizei nach der Entführung am 27. März 2009 ermittelt werden, bzw. liegen nach Ermittlerangaben sehr nahe:

  • Am 31. März 2009 wurden in einem Parkhaus in Berlin zwei Paar Kennzeichen M-XA 8036 und AP-FY 43 entwendet. Das Kennzeichen AP-FY 43 waren am von Wolf verwendeten und in einem Waldstück bei Harpstedt festgefahrenen
  • Fluchtfahrzeug montiert. Die Kennzeichen M-XA 8036 lagen im Fahrzeug. Mindestens ab dem 13. bis zum 16. April 2009 hielt sich Wolf nach Angaben der Ermittler in München auf. Hier kaufte er in einem Fachgeschäft am 14. April ein Fahrrad. Bei dem Fahrrad handelt es sich um ein Herren-City-Rad der Marke "Winora", Typ: Orinoco, Farbe: dunkelblau. Mit diesem Fahrrad dürfte sich Wolf auch aus dem Waldgebiet entfernt haben, in welchem der Pkw aufgefunden wurde, so die Ermittler. Weitere Belege wurden für Einkäufe am 15. und 16. April in verschiedenen Geschäften Münchens gefunden.
  • Im Zuge der Ermittlungen wurde außerdem bekannt, dass Wolf sich in Berlin aktiv um eine Wohnung bemüht haben soll und sich dort am 22. und 23. April 2009 aufgehalten haben dürfte.
  • Am 27. April 2009 parkte Wolf in einem Parkhaus in Bremen und besuchte dort auch am gleichen Tag das Hallenbad Huchting. Danach hielt er sich im Kreis Delmenhorst, Harpstedt bzw. im Bereich des Fundortes des Pkws auf. Im Fahrzeug befanden sich außerdem noch die amtlichen Kennzeichen KT-LV 44 (Kitzingen), welche bereits im Februar im Bereich Würzburg entwendet wurden.

Wolf hat Fahrzeug auch als Schlafstätte genutzt

Die Spurenlage der zurückgelassenen Gegenstände (Bekleidung, Lebensmittel, Schlafsack, u. a.) im Fluchtwagen VW Golf, deuten nach Angaben der Ermittler daraufhin, dass Wolf den Pkw zeitweise als Schlafstätte und Aufenthaltsort nutzte. Nachdem sich die Spur des gesuchten Straftäters im Bereich Dünsen / Harpstedt verliert, könnte er eventuell am 1. Mai 2009 als Anhalter im Kreis Oldenburg mitgenommen worden sein oder mit einem Taxi bzw. öffentlichen Verkehrsmitteln seine Flucht fortgesetzt haben.

Jäger begegneten dem Flüchtigen

Nach Angaben von Jägern, die Wolf in den frühen Morgenstunden des 1. Mai 2009 im Waldgebiet zwischen Dünsen und Harpstedt-Holzhausen gesehen haben, war er zuletzt mit einem grauen Polohemd, einer dünnen blousonartigen Windjacke, einer langen schwarzen Freizeithose, olivfarbenen Schnürschuhen (Art Trekkingschuhe) bekleidet und. trug eine Brille mit goldfarbener Fassung (wie auf den bekannten Fahndungsfotos). Er führte laut Zeugenaussagen zudem einen dunklen Rucksack (möglicherweise blau-schwarz) mit sich. Es ist jedoch möglich, dass Wolf zwischenzeitlich seine Bekleidung gewechselt hat.

Wolf benötigt dringend das Medikament "L-Thyroxin"

Es ist nach Ansicht der Ermittler wahrscheinlich, dass Wolf sich nach dem überstürzten Verlassen des Pkws neu orientieren muss, und in diesem Zusammenhang auch persönliche Gegenstände des täglichen Lebens neu beschafft hat. Gegebenenfalls könnte er auch versuchen, einen gebrauchten Pkw zu erwerben und einen geeigneten Unterschlupf zu finden. Thomas Wolf benötigt außerdem dringend das Medikament "L-Thyroxin", da er an einer Schilddrüsenkrankheit leidet. Im Fluchtwagen konnten Reste einer solchen Packung gefunden werden. Entsprechend muss er zwischenzeitlich versucht haben, eine Apotheke aufzusuchen oder auch ohne Rezept an das verschreibungspflichtige "L-Thyroxin" zu gelangen, so die Fahnder.

Fragen der Polizei:

  1. Wer kann Hinweise zum aktuellen Aufenthalt von Thomas Wolf oder seines Fahrrades machen? Es ist nach Ermittler-Angaben durchaus möglich, dass Wolf das Fluchtfahrrad ohne Sattel im Bereich Bremen oder an anderen Örtlichkeiten abgestellt hat.
  2. Wer hat Wahrnehmungen bezüglich Wolf an seinen Aufenthaltsorten in München, Bremen und insbesondere in Berlin gemacht?
  3. Besonders wichtig wären laut Polizei Hinweise im Zusammenhang mit der Wohnungssuche des Serientäters in Berlin. Wo ist Wolf evtl. bei der Ausübung seiner Freizeitaktivitäten (Schwimmen, Sauna, Fitnesstraining, Fahrrad fahren) aufgefallen?

(Redaktion)


 


 

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