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"Tagesspiegel"

Postfirma Pin Mail speichert offenbar Millionen Daten

Die Berliner Postfirma Pin Mail hortet einem Zeitungsbericht zufolge seit Jahren Adressdaten. Wie der Berliner "Tagesspiegel" am Sonntag berichtete, fotografiert das Unternehmen automatisch jeden Umschlag.

Die dabei erfassten Daten würden fünf Monate lang im System, auf das Mitarbeiter zugreifen können, gespeichert und dann gelöscht. Bei nachweispflichtigen Sendungen lösche Pin Mail die Daten erst nach einem Jahr.

Zudem gebe es von allen erfassten Adressdaten eine Sicherungskopie auf einem Magnetband, welche in einem Bankschließfach aufbewahrt würden. Dem Bericht zufolge könnten bis zu 1,48 Milliarden Adresspaare seit dem Jahr 2000 archiviert sein. Nach Expertensicht könnte Pin Mail damit systematisch gegen Datenschutz- und Postgesetz verstoßen, schreibt die Zeitung. Die Deutsche Post dagegen lösche den überwiegenden Teil derartiger Daten gleich nach der Zustellung.

Pin Mail behaupte, man nutze die Daten vor allem für die nachträgliche Rechnungslegung für Großkunden. Ein Missbrauch der Daten finde nicht statt. Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz, Peter Schaar, interessiere dennoch für den Fall. "Ich nehme diese Vorwürfe sehr ernst. Sollten sie sich bewahrheiten, könnte gegen datenschutzrechtliche Bestimmungen verstoßen worden sein", sagte er der Zeitung.

(dapd)


 


 

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