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Energiekonzern

RWE will Talsohle zügig durchschreiten

Der Atomausstieg hat im vergangenen Jahr zu einem drastischen Ergebniseinbruch bei Deutschlands größtem Stromproduzenten RWE geführt. Doch will der Konzern die Schwächephase schnell überwinden. Konzernchef Jürgen Großmann sagte am Dienstag: "Wir haben die nötigen Maßnahmen eingeleitet, um die Talsohle zügig zu durchschreiten." So plant der Essener Konzern ein neues Maßnahmenpaket zur Effizienzsteigerung, das 2013 und 2014 zu Kostensenkungen von rund einer Milliarde Euro führen soll.

Von Erich Reimann

2011 war für den Essener Stromriesen ein rabenschwarzes Jahr. Denn die Energiewende hinterließ tiefe Spuren in der Konzernbilanz. Das betriebliche Ergebnis des Konzerns sank um 24 Prozent auf 5,8 Milliarden Euro. Das Nettoergebnis verringerte sich sogar um 45,4 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro. Der Umsatz sank um 3 Prozent auf 51,7 Milliarden Euro.

Der Konzern bezifferte allein die Ergebniseffekte des Atomausstiegs auf deutlich mehr als eine Milliarde Euro. Außerdem belasteten die Probleme auf dem Gasmarkt weiterhin den Konzern. Hier muss RWE aufgrund seiner langfristigen Lieferverträge den Lieferländern wie Russland höhere Preise zahlen, als sie derzeit an den Energiebörsen zu erzielen sind. Zusätzlich machten dem Konzern die gesunkenen Margen in der Stromerzeugung zu schaffen.

Für 2012 und 2013 erwartet der Konzern dank der inzwischen eingeleiteten Maßnahmen dennoch eine Stabilisierung der Ertragslage auf dem Niveau von 2011.

Deutlich weniger Strom produziert

Die Stromerzeugung ging im RWE-Konzern 2011 um neun Prozent auf knapp 206 Milliarden Kilowattstunden zurück. Hier machte sich nicht nur die Stilllegung des Kernkraftwerks Biblis im Zuge des Kernenergie-Moratoriums bemerkbar. Auch mehrere konventionelle Kraftwerke in den Niederlanden und Großbritannien waren wegen Revisionsarbeiten, Reparaturen und Umbauarbeiten zeitweise nicht verfügbar. Der Stromabsatz sank um fünf Prozent.

Auch die Gaslieferungen des Konzerns an Privat- und Industriekunden verringerten sich um 19 Prozent auf 322 Milliarden Kilowattstunden. Neben der milden Witterung hatte der Konzern hier auch mit dem härter werdenden Wettbewerb zu kämpfen.

Auf dem nach wie vor für RWE besonders wichtigen deutschen Markt lag das betriebliche Ergebnis des Konzerns mit 4,2 Milliarden Euro um 25 Prozent unter dem Vorjahreswert. In der Stromerzeugung lag das Minus sogar bei 33 Prozent. Hauptursache dafür sei die Entscheidung zum beschleunigten Atomausstieg gewesen, betonte der Konzern.

Dagegen konnte die auf das Geschäft mit erneuerbaren Energien spezialisierte Konzerntochter RWE Innogy ihr Ergebnis mit 181 Millionen Euro mehr als verdoppeln.

Für den Dreijahreszeitraum bis 2014 plant der Konzern trotz der aktuellen Probleme Investitionen in Höhe von 16 Milliarden Euro, etwa die Hälfte davon für Wachstumsprojekte.

(dapd )


 


 

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