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Service-Provider weist Vorwürfe zurück

Telekom stoppt wegen Betrugsverdachts Zusammenarbeit mit Drillisch

Wegen des Verdachts auf Provisionsbetrug hat die Deutsche Telekom ihre Zusammenarbeit mit dem Serviceprovider Drillisch und dessen diversen Tochterunternehmen fristlos gekündigt.

Die Telekom teilte am Montag in Bonn mit, die Drillisch-Tochter Simply habe seit Februar mehrere zehntausend Mobilfunkanschlüsse aktiviert und dafür Provisionen erhalten. Es habe sich aber um Scheinkunden gehandelt. Die Drillisch AG mit Sitz im hessischen Maintal wies die Vorwürfe zurück.

Die Telekom verlangt nun von Drillisch Provisionszahlungen in einstelliger Millionenhöhe zurück. Der für Datenschutz und Recht zuständige Vorstand Manfred Balz sagte: "Betrug dulden wir nicht und gehen konsequent dagegen vor." Eine "datenschutzkonforme Analyse" ergab dem Konzern zufolge, dass die Karten für Scheinkunden aktiviert worden seien.

Für Kunden der Drillisch AG und ihrer Tochterunternehmen, die das Telekomnetz nutzen, ergäben sich keine Auswirkungen, hieß es beim Bonner Konzern. Die Telekom werde die Netzleistungen weiterhin erbringen.

Drillisch hält Vorwürfe für unberechtigt

Drillisch-Vorstandssprecher Paschalis Choulidis erklärte, die Behauptung der Telekom, es gebe einen schwerwiegenden Betrugsverdacht gegen Simply, entbehre jeglicher Grundlage. Das Tochterunternehmen habe sich "im Hinblick auf von der Telekom gezahlten Provisionen vollumfänglich in Übereinstimmung mit den mit der Telekom geschlossen Verträgen verhalten", erklärte Choulidis. Vor diesem Hintergrund gebe es weder eine rechtliche Grundlage für strafrechtliche Schritte noch für eine Rückforderung von Provisionen.

Die Drillisch AG hat sich den Angaben zufolge bemüht, die Sachlage mit der Telekom zu klären. Nachdem die Telekom auf ihrem Standpunkt beharrt habe, habe die Simply Communications GmbH am 3. November den bestehenden Vertrag fristgemäß gekündigt. Die Telekom AG habe dies nun offenbar zum Anlass genommen, ihrerseits außerordentlich zu kündigen.

Die Aktie der Drillisch AG verlor bis zum Montagabend rund die Hälfte ihres Werts und notierte bei 4,08 Euro.

(dapd )


 


 

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