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Nach Medienberichten

"Händler des Jahres" vor dem Aus? - KiK und Thalia 2011 Preisträger

Die Auszeichnung "Händler des Jahres", mit der Handelsketten wie KiK (Textildiscounter) und Thalia (Bücher) geworben hatten, steht offenbar vor dem Aus. Das berichtet der Norddeutsche Rundfunk (NDR).

Der Handelsverband Deutschland (HDE), Organisation des Einzelhandels, bestätigte jetzt gegenüber dem NDR Fernsehen, er werde diesen Konsumentenpreis "nicht mehr unterstützen". Auch das in Düsseldorf erscheinende Handelsblatt will angesichts dieser Absage prüfen, "wie sinnvoll eine Weiterführung der Medienpartnerschaft in 2012" ist.

Knapp 2.000 statt 50.000 Kunden stimmten ab

Vergangene Woche hatte die NDR-Reportage "Die Akte Tengelmann" widersprüchliche Angaben im Zusammenhang mit dem Preis öffentlich gemacht. So hatte der Chef des Mutterkonzerns Tengelmann, Karl Erivan Haub, auf einer Pressekonferenz behauptet, 48.000 Konsumenten hätten das Tochter-Unternehmen KiK zum "Händler des Jahres" gewählt. Tatsächlich sei KiK nur von 416 Kunden bei Herrenmoden und von 1.416 Käuferinnen bei Damenmoden zum "Händler des Jahres" gewählt worden, heißt es beim NDR. KiK habe gegenüber dem Sender später ein "Missverständnis" eingeräumt.

Auch der HDE hatte im Internet verbreiten lassen: "Rund 50.000 Konsumenten wählten den Buchhandel Thalia zum Händler des Jahres 2011". Die Wahrheit laut Fachblatt "Der Handel": Genau 1.503 Stimmen konnte Thalia auf sich vereinigen.

Der Sprecher des Handelsverbandes Deutschland (HDE), Kai Falk, überraschte jetzt gegenüber dem NDR mit der Mitteilung, sein Verband habe "bereits im Juli entschieden" den Preis "Händler des Jahres" nicht mehr zu unterstützen. Ohne Angabe von Gründen für die bisherige Zurückhaltung fügte der Sprecher hinzu: "Wir hatten uns vorbehalten, zum Ende des Jahres darüber zu informieren." Somit konnten Unternehmen wie KiK und Thalia in der Zwischenzeit noch kräftig mit der vermeintlich wertvollen Auszeichnung für sich werben.

KiK will nicht mehr mit Titel werben

Mit der Organisation der Abstimmung zum "Händler des Jahres" war das holländische Marktforschungsinstitut Q&A beauftragt worden. Der HDE teilte mit, der Vertrag mit Q&A werde nicht verlängert. Der "Befragungs- und Forschungsansatz" habe "Schwächen" gezeigt. KiK selbst gelobte gegenüber dem Fachblatt "Der Handel": "Wir planen aktuell keine weiteren kundenbezogenen Werbeaktionen mit diesem Titel." Nach NDR-Angaben warb KiK am Dienstag aber noch im Internet mit der Auszeichnung.

(Redaktion)


 


 

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