Sie sind hier: Startseite Weser-Ems Business-News
Weitere Artikel
Schiffbau

Thyssen-Krupp bleibt hart – Nordseewerke werden an SIAG verkauft

Die IG Metall Küste hat am Montag mit scharfer Kritik auf die Entscheidung der Werftenholding Thyssen-Krupp Marine Systems (TKMS) reagiert, die Nordseewerke Emden an den Windanlagenhersteller SIAG Schaaf zu verkaufen und damit den Schiffbau an dem Standort einzustellen.

"Das ist ein schwerer Schlag für den Schiffbau in Norddeutschland.", erklärte Jutta Blankau, Bezirksleiterin der IG Metall Küste. Der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende von TKMS, IG Metall-Schiffbauexperte Heino Bade, sagte nach der Sitzung: "Die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat haben den Verkauf geschlossen abgelehnt. Der Aufsichtsratsvorsitzende hat aber sein Doppelstimmrecht genutzt." Nach Angaben von Bade hat die Landesregierung in Hannover zu weiteren Gesprächen eingeladen: "Wir begrüßen das ausdrücklich und wollen in den weiteren Verhandlungen die offenen Fragen klären", so der Gewerkschafter. Dabei wird es vor allem um die Ausrüstung von Fregatten, die industrielle Beteiligung von TKMS und die künftigen Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten gehen.

HDW-Werft: Investoren-Suche geht weiter

Der geplante Verkauf der HDW-Gaarden an die Bremerhavener Rönner-Gruppe ist dagegen vom Tisch: "Auch auf Arbeitgeberseite gab es Kritik an dem Konzept", erklärte der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende. Das Unternehmen suche derzeit weiter nach Partnern für den Standort. Darüber hinaus sähen die Pläne die Geschäftsleitung 180 Entlassungen vor.

Gewerkschafterin: TKMS wird reiner Rüstungskonzern

IG Metall-Bezirksleiterin Blankau erklärte: "Mit den heutigen Beschlüssen ist TKMS ein reiner Rüstungskonzern, der sich vorerst noch den Yachtbau und Reparaturbetrieb bei Blohm + Voss in Hamburg leistet." Für die Beschäftigten sei diese Neuausrichtung eine große Gefahr. "Auslastungslücken im militärischen Bereich lassen sich künftig nicht mehr ausgleichen und die Politik wird durch die Monostruktur des Konzerns erpressbar", sagte Blankau.

23.000 Unterschriften pro Schiffbau übergeben

Am Rande der Aufsichtsratssitzung hatten am Montag Delegationen aus Emden und Kiel gegen die Pläne des TKMS-Vorstandes protestiert. Die Nordseewerker übergaben dem Aufsichtsratsvorsitzenden mehr als 23.000 Unterschriften für den Erhalt des Schiffbaus in Emden. Leider bisher ohne durchschlagenden Erfolg. Abzuwarten bleiben nun die angesetzten Gespräche mit der Niedersächsischen Landesregierung.

(Redaktion)


 


 

TKMS
Nordseewerke
Thyssen-Krupp
Siag
Offshore
Windenergie
Schiffbau
Betriebsrat
Emden
IG Metall
Rüstungskonzern

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "TKMS" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: