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Thyssen-Krupp

Hiesinger baut Schuldenberg ab und verschafft sich Spielraum für Konzernumbau

Befreiungsschlag bei Thyssen-Krupp: Deutschlands größter Stahlproduzent hat für 1,6 Milliarden Euro eigene Aktien verkauft. Der Konzern will damit seinen enormen Schuldenberg reduzieren und Spielraum für den geplanten Konzernumbau gewinnen.

Von Erich Reimann

Thyssen-Krupp veräußerte nach der Ankündigung der Verkaufspläne innerhalb weniger Stunden knapp 50 Millionen eigene Aktien - rund 9,6 Prozent des Grundkapitals - an institutionelle Investoren und kassierte dafür 1,63 Milliarden Euro, wie der Konzern am Donnerstag mitteilte. Das Aktienpaket hatte das Unternehmen bei drei Rückkaufprogrammen in den Jahren 2006 und 2008 erworben.

Der Verkauf spülte damit nach Konzernangaben rund 100 Millionen Euro mehr in die Kassen, als damals für den Erwerb der Papiere gezahlt worden war. Schon die Ankündigung des Verkaufs hatte allerdings dazu geführt, dass der Kurs der Thyssen-Krupp-Aktie am Morgen um mehr als fünf Prozent einbrach.

Den Geldregen aus dem Verkauf will der Konzern zur Stärkung des Eigenkapitals und zum Abbau der Nettofinanzschulden verwenden. Dies verschafft dem neuen Konzernchef Heinrich Hiesinger zusätzlichen Spielraum für den angestrebten Konzernumbau.

Hiesinger will Thyssen-Krupp weniger abhängig vom Stahlgeschäft machen. Dazu soll die Technologiesparte ausgebaut werden. Außerdem will der Manager die Position des Unternehmens in Schwellenländern stärken. Vom traditionsreichen Edelstahlgeschäft und von großen Teilen der Autozuliefersparte der Autozuliefersparte will sich der Konzern dagegen trennen.

Bereichsvorstand verließ das Unternehmen

Doch nicht nur beim Konzernumbau, auch im Fall des angeblichen "Schienenkartells", mit dem Thyssen-Krupp und andere Stahlkonzerne nach Informationen des "Handelsblatts" vor allem die Deutsche Bahn um bis zu eine Milliarde Euro geschädigt haben sollen, griff Hiesinger offenbar durch. Der Wirtschaftszeitung zufolge musste der für die in die Affäre verwickelte Konzerntochter Gft Gleistechnik zuständige Bereichsvorstand gehen. Zwar seien dem Manager keine Verstrickungen in das Kartell der "Schienenfreunde" nachzuweisen, dennoch habe er die Verantwortung für den Fall übernehmen müssen, schrieb die Zeitung. Hiesinger habe hier ein Zeichen setzen wollen.

Der Konzern selbst bestätigte lediglich, dass der betroffene Manager seit 3. Juni nicht mehr im Unternehmen arbeite, wollte aber den Bericht des "Handelsblatts" im übrigen nicht kommentieren.

Das Stahlkartell "Schienenfreunde" soll mindestens zehn Jahre lang die Preise für Schienen in Deutschland bestimmt haben. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Bochum wird gegen 30 Personen in zehn Unternehmen ermittelt.

(dapd )


 


 

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