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Aigner will Antibiotika-Einsatz neu regeln

Das Bundeslandwirtschaftsministerium will nach dem Bekanntwerden einer NRW-Studie über den Antibiotika-Einsatz in der Tierhaltung genauer erfassen lassen, wann und wo Antibiotika in der Tiermast zum Einsatz kommen. Auch die Datenerhebung soll neu geregelt werden. Das sieht ein Maßnahmenpaket des Ministeriums vor.

Mein Ziel ist es, bundesweit eine Minimierung der Antibiotika-Mengen zu erreichen und die Überwachung durch die zuständigen Länderbehörden zu verbessern", sagte Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) gegenüber dem Radioprogramm" NDR Info".

Zuvor hatte bereits die Geflügelwirtschaft angekündigt, den Einsatz von Antibiotika selbst erfassen zu wollen. Die Erfassung des Antibiotika-Einsatzes wäre in diesem Fall in den Händen der Industrie verblieben (business-on.de berichtete).

Antibiotika-Erfassung: Schaar stellt sich nicht quer

Aigner will unter anderem jene DIMDI-Arzneimittelverordnung ändern. Künftig wird es den Plänen zufolge auch Daten zum Antibiotika-Einsatz in der Geflügelhaltung geben. Bislang verteidigte das Bundesministerium die derzeit bestehende Ausnahme mit Datenschutzgründen. "Die vorhandenen Bedenken sind erfreulicherweise ausgeräumt. Auf dieser Grundlage können dann die Länder ihre Überwachungsmaßnahmen noch zielgerichteter ansetzen", begründete Aigner ihren Kurswechsel. Unter anderen hatte Bundes-Datenschutzbeauftragter Peter Schaar im Radioprogramm NDR Info die Ausnahme für Geflügel als nicht nachvollziehbar kritisiert.

Verwirrend: Die Geflügelwirtschaft machte zuletzt selbst die Datenschützer dafür verantwortlich, dass der Antibiotikaeinsatz in der Geflügelhaltung von der Erfassung ausgenommen ist. Die Industrie gab hingegen an, selbst offen für die Erfassung des Antibiotikaeinsatzes zu sein.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium reagierte zudem auch auf weitere Berichte, wonach Mäster Antibiotika in Deutschland offenbar häufiger einsetzen, als bislang bekannt war. Nach Angaben von Ilse Aigner haben ihre Ressort-Kollegen aus den Ländern bereits signalisiert, den vorgesehenen Änderungen zuzustimmen. Bundestag und Bundesrat müssten die Maßnahmen noch billigen.

"Die Informationen über die Abgabemenge an Tierärzte und die tatsächlichen Verbrauchsmengen von Antibiotika sollen so aufbereitet werden, dass die Länder diese Daten vollständig für Monitoringzwecke nutzen können." (Ministerin Ilse Aigner)

Resistenzen durch Abbruch der Antibiotika-Gabe

Aigner will mit der geänderten DIMDI-Arzneimittelverordnung dafür sorgen, dass die Länder zukünftig bessere Möglichkeiten bekommen, den Einsatz von Antibiotika in der Tiermast zu kontrollieren. "Die Informationen über die Abgabemenge an Tierärzte und die tatsächlichen Verbrauchsmengen von Antibiotika sollen so aufbereitet werden, dass die Länder diese Daten vollständig für Monitoringzwecke nutzen können. Auch die Daten über Geflügelarzneimittel stehen künftig den Bundesländern vollständig zur Verfügung," sagte Aigner. Zudem ist vorgesehen, die Verordnung über tierärztliche Hausapotheken zu verschärfen. Damit will das Ministerium den übermäßigen Einsatz von Antibiotika ebenfalls eindämmen.

Es sei wichtig, dass die Medikamente richtig angewendet würden, und der Einsatz nicht vorzeitig abgebrochen werde, weil das die Resistenz im Human- als auch den Tierbereich erhöhe, sagte AIgner. Grundsätzlich gelte der Grundsatz, dass der Einsatz von Arzneimitteln nur bei kranken Tieren zulässig sei und "definitiv nicht zur Wachstumsförderung." Die von NRW-Verbraucherschutzminister Johannes Remmel (Grüne) in Auftrag gegebene Studie über den Antibiotikaeinsatz in der Massentierhaltung hatte diesen Verdacht nahe gelegt (business-on.de berichtete).

(FN)


 


 

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