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Ernteschätzung 2012

Über 600.000 Tonnen Streuobstäpfel erwartet

Für Sonnenanbeter waren Frühjahr und Sommer 2012 bisher sicher eher enttäuschend. Den Apfelbäumen hingegen hat die Mischung von Sonne, Wärme und Regen nach Angaben des Verbandes der deutschen Fruchtsaft-Industrie e. V. (VdF) gut getan.

Nach der soeben abgeschlossenen Fruchtbehangschätzung rechnet der Verband in diesem Jahr mit über 600.000 Tonnen Äpfeln aus dem Streuobstbau. Im Vergleich zum Vorjahr sind dies 20 Prozent weniger, bestätigt VdF-Geschäftsführer Klaus Heitlinger in Bonn. Es sei erfreulicher Weise die dritte durchschnittliche bis gute Ernte in Folge,. was aber an sich schon sehr ungewöhnlich sei. Hintergrund: Normalerweise sind die Ernteschwankungen viel stärker. Experten sprechen von der sog. Alternanz.

Apfelernteschätzung per Sehrohr

In den vergangenen Wochen sah man auf so mancher Streuobstwiese ein seltenes Bild: Ein ganzer Trupp Erwachsener stand mit "Fernrohren" bewaffnet im Kreis und schaute intensiv auf die Apfelbäume. Was auf den ersten Blick nach interessiertem Vogelkundler aussah, war tatsächlich aber die jährlich wiederkehrende Arbeit der Ernteschätzer.

Nach der sogenannten "Bavendorfschen Fruchtbehangschätzung" und einem vom Verband der deutschen Fruchtsaft-Industrie in Auftrag gegebenem Sehrohr wird Jahr für Jahr im Juli ermittelt, wie viele Früchte der einzelne Baum auf einer bestimmten Fläche trägt. Nach einer speziellen Methode und einem entsprechenden Berechnungsverfahren ist es auf diese Weise möglich, per Hochrechnung eine annähernd präzise Aussage über den Ernteerfolg eines Jahres zu geben.

Gemessen wird nuir auf Streuobstwiesen

Gemessen und bewertet wird der Apfelbehang ausschließlich auf Streuobstwiesen, Apfelplantagen sind ausgenommen. Jeder Schätzer betrachtet zwischen 50 und 100 Hochstamm-Obstbäume in seiner Region. Der Sehrohrblickverlauf wird auf fünf Zählflächen je Baum gerichtet. Diese sind so verteilt, dass man jeweils der Sonne zu- und abgewandte Seiten unten und oben, rechts und links sowie im Mittelpunkt des Baumes einen Ausschnitt anpeilt und zählt. Damit werden je Seite fünf zu bewertende Flächen mit einem Durchmesser von jeweils 68 cm ausgewählt. Um vergleichbare Werte zu erhalten, ist auch der Abstand vom Ernteschätzer zum Baum mit vier bis sechs Meter festgelegt.

(Redaktion)


 


 

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