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Hude / Landkreis Oldenburg

Kurz vor Horizontalbohrung auf Torpedo-Mine gestoßen

Am Montagmittag sollte eigentlich eine Horizontalbohrung im Huder Ortsteil Hemmelsburg stattfinden. Doch nach einem Blindgängerfund unmittelbar an der Fahrbahn der Landesstraße L 868 rückte erst einmal der Kampfmittelräumdienst aus Hannover an.

Der sprengstoffverdächtige Gegenstand war gegen 14:14 Uhr bei Baggerarbeiten zur Verlegung von Leerrohren einer Oldenburger Fachfirma freigelegt worden. Umgehend riefen die Bauarbeiter Polizei und Feuerwehr hinzu. Dort forderte man wiederum den Kampfmittelräumdienst aus Hannover an, der die sog. "Torpedo-Mine" aus dem Zweiten Weltkrieg gründlich in Augenschein nahm. Nicht grundlos: nach Angaben eines Sprechers des Kampfmittelräumdienst aus Hannover, sind die ca. 400 kg schweren und mit 200 bis 250 kg Sprengstoff gefüllten Bomben hochgefährlich. 

Gefahr durch automatische Zündvorrichtung

Wie der Name schon andeutet wurden Torpedo-Minen in der Regel dazu eingesetzt, um aus der Luft Wasserziele wie Schiffe zu treffen. Sie sind deshalb mit automatischen Zündvorrichtungen ausgestattet und daher besonders schwer kontrollierbar. Doch nicht nur gegen Schiffe, sondern auch zu anderen Zwecken wurden die automatischen Torpedo-Minen im Zweiten Weltkrieg eingesetzt. Auch an Land. Was in den letzten Kriegstagen des Zweiten Weltkriegs aus Verzweiflung alles geschah, lässt sich heute nicht mehr nachvollziehen. Letztlich bleibt daher unklar, welchem Zweck der Blindgänger in Hude einmal diente. Dennoch stellte die Torpedo-Mine am Montag eine gewaltige Gefahr dar. Nach Angaben eines Sprechers des Kampfmittelräumdienstes war aufgrund der Zündvorrichtung eine Sprengung zwingend erforderlich und eine Entschärfung nicht möglich.

Glück für die Sprengmeister: in der Nähe des gestrigen Fundortes gibt es eine Sandkuhle und damit am Montag gute Voraussetzungen für eine Sprengung. Die Landesstraße musste deshalb nicht mitgesprengt werden und die Sprengmeister machten sich behutsam an eine Umlagerung des gefährlichen Gegenstandes. Mit insgesamt 11 Streifenwagen und einem Polizeihubschrauber wurde der Fund- und Sprengort gesichert und der Transport begleitet. Die L 868 und umliegende Straßen wurden dazu gesperrt.

Knall war auch in Oldenburg zu hören

Die Sprengung der Bombe erfolgte schließlich um 20:03 Uhr und war als eine Art "Überschallknall" bis Oldenburg wahrnehmbar. Kurz nach der Sprengung konnte der Sicherheitsbereich in einem Radius von 1 Kilometer rund um den Sprengort bereits wieder freigegeben werden. Zu Sachschäden oder größeren Verkehrsbehinderungen kam es nach Angaben der Polizei nicht. 

(Redaktion)


 


 

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