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Tote auf der Loveparade

Zahl der Toten und Verletzten erhöht sich - schwere Vorwürfe gegen die Veranstalter

Nach einer Massenpanik auf dem Veranstaltungsgelände der Loveparade in Duisburg hat sich die Zahl der Toten auf 19 erhöht. Insgesamt 340 Menschen mussten behandelt werden. Am Samstag trafen bis in die Nachtstunden Einsatzkräfte und Seelsorger aus dem gesamten Land NRW in Duisburg ein.

EU-Kommissionspräsident Barroso, Bundespräsident Christian Wulff, Bundeskanzlerin Angela Merkel und NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft drückten inzwischen ihr Mitgefühl mit den Angehörigen der Toten und Verletzten aus und forderten u.a. die umfassende Aufklärung der Vorkommnisse von Duisburg.

Loveparade-Gründer kritisiert Veranstalter

Derweil erhob der Ur-Gründer der Berliner Loveparade, Matthias "Dr. Motte" Roeingh, schwere Vorwürfe gegen die Veranstalter in Duisburg. Er mokierte sich in seinem Blog u.a. über die Einzäunung des Geländes und den Fortgang der Veranstaltung. Allerdings ist es laut Insidern ein offenes Geheimnis, dass Roeingh nicht gut auf die neuen Veranstalter der Loveparade zu sprechen ist und zuletzt auch die Loveparade in Berlin zu einer Umzäunung verpflichtet worden war. Die neuen Veranstalter hatten sich nach der Beinahe-Insolvenz vom Motte´s Unternehmens mithilfe der Sportstudiokette McFit die Rechte an der Veranstaltung gesichert, während Motto heute weitestgehend entmachtet ist. Die Frage der Einzäunung und insbesondere des Zugangs dürfte aber sicher noch die Verantwortlichen und die Staatsanwaltschaft beschäftigen. 

Probleme im Bahnverkehr

Am Duisburger Hauptbahnhof wurde der Zugverkehr am Abend immer wieder eingestellt, weil abreisende Loveparade-Besucher die Absperrungen der Polizei zum Hauptbahnhof überwinden und über Bahndämme zu Bahnsteigen gelangen wollten. Die Bundespolizei ließ daraufhin immer wieder den Zugverkehr anhalten und holte die Menschen aus den Gleisanlagen.

Die Deutsche Bahn AG hatte als Erfahrungswert aus den vergangenen Loveparade-Veranstaltungen in Berlin und im Ruhrgebiet zuvor bereits den Fernverkehr ab Dortmund über die Achse Hagen-Wuppertal umgeleitet. Nach den tragischen Vorfällen am Veranstaltungsgelände wurde der Zugverkehr in Richtung Duisburg über Stunden eingestellt, damit nicht noch mehr Menschen in Richtung des Veranstaltungsgeländes strömen konnten. Tausende eintreffende Gäste wurden unmittelbar nach dem Vorfall zum Feiern zu einem Parkgelände mit einem extra bereitgestellten Musik-Truck umgeleitet, damit diese die Rettungsarbeiten nicht behindern konnten. Die Feiernden erfuhren vielfach erst viel später davon, was am Veranstaltungsgelände vorgefallen war.

Zwischen Dortmund und Düsseldorf fuhren am Samstag nur Nahverkehrszüge. Reisende aus Duisburg wurden am Abend mit Sonderbussen zentral zum nur 15 Fahrminuten entfernten Düsseldorfer Hauptbahnhof gebracht, um den Duisburger Hauptbahnhof zu entlasten. Obwohl Bundespolizei und Rettungskräfte sich dort bereits zuvor umfangreich auf die Ankömmlinge eingestellt hatten, gab es dort immer wieder Schwierigkeiten mit gestrandeten Jugendlichen.

Der Krisenstab in Duisburg hat für 12:00 Uhr am Sonntag eine Pressekonferenz angekündigt.

(Onur Yamac)


 


 

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