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Statistisches Bundesamt

60 Prozent der Eltern von Heimkindern erhalten Transferleistungen

Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte, wurden im Jahr 2007 insgesamt 32.000 junge Menschen einer Heimerziehung oder sonstigen betreuten Wohnform zugeführt. In 60 Prozent der Fälle bezogen deren Familien oder sie selbst Transferleistungen wie Arbeitslosengeld II ("Hartz IV") beziehungsweise Sozialhilfe oder Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung entsprechend dem Zwölften Sozialgesetzbuch.

Von den 14.500 jungen Menschen, die in Pflegefamilien neu aufgenommen wurden, erhielten nach Angaben der Statistiker die jungen Menschen selbst oder deren Eltern in 75 Prozent der Fälle Transferleistungen.

Erzieherische Hilfe für 502.000 Menschen

Insgesamt begann nach Destatis-Auswertungen im Jahr 2008 für 502.000 junge Menschen eine erzieherische Hilfe. Neben Heimerziehung, sonstiger betreuter Wohnform oder der Unterbringung in einer Pflegefamilie (Vollzeitpflege) gehörten dazu auch Leistungen wie Erziehungsberatung und sozialpädagogische Familienhilfe. Von allen jungen Menschen, für die eine erzieherische Hilfe begonnen hatte, bezogen 35 Prozent zusätzlich auch Transferleistungen.

Unter den Kindern, für die eine Vollzeitpflege begonnen hatte, waren die unter einjährigen mit 14 Prozent am häufigsten vertreten, so die Wiesbadener Statistiker. In diesen Fällen war die Gefährdung des Kindeswohls der meistgenannte Hauptgrund. Knapp die Hälfte der Kinder, die in einer Pflegefamilie aufgenommen wurden, war noch nicht im schulpflichtigen Alter. Insgesamt sei mit zunehmendem Alter der Kinder die Inanspruchnahme der Vollzeitpflege zurückgegangen. 

Unzureichende Erziehungskompetenz Hauptgrund

Im Gegensatz dazu nahm die Unterbringung von jungen Menschen in Heimen oder sonstigen betreuten Wohnformen mit dem Alter der Hilfeempfänger zu. Nahezu zwei Drittel (62Prozent) dieser Kinder und Jugendlichen waren zwischen 12 und 17 Jahren alt. Hauptgrund für den Beginn einer Heimunterbringung war im Jahr 2008 die unzureichende Erziehungskompetenz der Eltern beziehungsweise Personensorgeberechtigten.

Vollzeitpflege: Viele mit Migrationshintergrund

Gut jeder fünfte junge Mensch (21 Prozent), dem eine Vollzeitpflege neu gewährt wurde, verfügte über einen Migrationshintergrund. Dieser liegt vor, sofern das Kind selbst oder mindestens ein Elternteil aus dem Ausland stammt. Bei den durch Heimerziehung betreuten Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen verfügten 24 Prozent der Eltern über eigene Zuwanderungserfahrungen. Von allen unter 21-jährigen jungen Menschen in Deutschland wies im Jahr 2008 ein Viertel einen Migrationshintergrund auf.

(Redaktion)


 


 

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