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Gewerkschaft GDL sieht bedrohliche Lücke

Lokomotivführer ist für zu wenige Bewerber noch ein Traumberuf

Lokomotivführer ist für viele zwar ein Traumberuf, dennoch haben die Bahnen heute ein Nachwuchsproblem. Immer häufiger komme es deswegen zu Zugausfällen im Regional- und Güterverkehr, beklagen die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) und das Netzwerk Europäischer Eisenbahnen.

Von Roman Keßler

Immer mehr Altgediente verließen das Lokführerhaus, um in Rente zu gehen. Für zahlreiche junge Bewerber sei der Beruf nicht mehr attraktiv genug.

Bei der Deutschen Bahn (DB) und ihren rund 70 Wettbewerbern fehlten bereits etwa 800 Lokführer, erklärte die GDL am Montag in Frankfurt am Main. Bis 2014 könnte sich diese Lücke auf 2.500 mehr als verdreifachen, sagte der GDL-Bundesvorsitzende Claus Weselsky.

"Jetzt heißt es ausbilden, ausbilden, ausbilden, einstellen und für ein gutes Betriebsklima sorgen", fügte der GDL-Chef hinzu. Die Arbeitgeber müssten eine vorausschauende Personalpolitik betreiben. Andernfalls drohe den deutschen Bahnbetreibern ein Sicherheitsproblem durch die Überlastung der Angestellten.

Ausbildung dauert zwischen zehn Monaten und drei Jahren

"Die ganz Branche muss sich den Vorwurf machen, nicht rechtzeitig ausgebildet zu haben", sagte auch der Geschäftsführer des Netzwerks Europäischer Eisenbahnen, Alexander Kirfel. Der Verband vertritt hauptsächlich die Interessen der DB- Konkurrenz . Im Güterverkehr müssten deswegen immer wieder Aufträge abgelehnt werden.

Ein Sicherheitsproblem sehe er aber nicht, sagte Kirfel. Die Ausbildung dauere zwischen zehn Monaten für reine Lokführer und bis zu drei Jahren für Lokführer mit Kenntnissen im Betriebsablauf.

Bei der DB sei der Beruf des Lokführers weiterhin einer der beliebtesten Ausbildungsberufe, sagte die DB-Sprecherin Dagmar Kaiser. Es "ist ein überaus schöner Beruf, für den sich unser Nachwuchs immer noch sehr interessiert", betonte Kaiser.

Im Herbst hätten rund 440 junge Menschen ihre Ausbildung zum Lokführer bei der DB begonnen. Um der negativen demografische Entwicklung in den kommenden Jahren zuvorzukommen, habe die DB ein Personalgewinnungsprogramm in allen Bereichen gestartet.

(dapd )


 


 

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