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Windpark "Borkum West II"

Bau der Fundamente läuft nach Plan

Drei Monate nach Baubeginn ist 45 km vor der Küste von Borkum Halbzeit. "20 der 40 Gründungsstrukturen sind im Meeresgrund verankert", erläutert Klaus Horstick, Geschäftsführer des Trianel Windparks Borkum (TWB). Das Aachener Unternehmen Trianel, in dem sich verschiedene Stadtwerke aus dem In- und Ausland zusammengeschlossen haben, ist der Bauherr des Offshore-Projekts.

Die ruhige See hat in den vergangenen Wochen hat es nach Trianel-Angaben ermöglicht, dass das Errichterschiff "Goliath" ununterbrochen auf See arbeiten konnte. Daher gelang es pro Tag ein Fundament zu errichten. Dafür müssen nach Trianel-Angaben pro Fundament drei Stahlnägel, sogenannte Piles, in den Meeresboden gerammt werden. "Die Herausforderung ist die Rammung der Piles", so Horstick.

Bei jeder Rammung fährt demnach ein Boot mit an die geplante Fundament-Position, um hier einen Blasenschleier um die Baustelle zu legen (business-on.de berichtete)." Sobald der Blasenschleier mit seinem Durchmesser von ca 100 Metern geschlossen um die Baustelle platziert ist, fährt die "Goliath" (Bild unten)  in den schallgeschützten Bereich. Dort "positioniert" sich die "Goliath" auf seinen vier Füßen, die hydraulisch auf den Meersgrund abgelassen werden. "Mit ihren Jack-Up-legs steht die 'Goliath' fest auf dem Meersboden", so Klaus Horstick von Trianel.

Anschließend wird eine Rammschablone auf dem Meeresgrund platziert und jeder Pile mit bis zu 3.000 Schlägen des hydraulischen Hammers millimetergenau eingerammt. Die Schablone ist nötig, damit die Stahlrohre im richtigen Abstand zueinander stehen, um im kommenden Frühjahr die Tripods über die Piles zu heben. Die "Goliath" rammt seit dem 1. September 2011 Piles in einer Wassertiefe von 30 Metern in den Boden.

Turm und Gondel folgen im Sommer 2012

Die 160 Meter hohen Windräder vom Typ Areva M 5000 mit einer Leistung von jeweils 5 Megawatt, die zum Einsatz kommen werden, stehen auf gewaltigen dreifüßigen Fundamenten, den sogenannten "Tripods". Diese 700 Tonnen schweren Tripod-Gründungsstrukturen, die zurzeit beim Unternehmen Weserwind in Bremerhaven gefertigt werden, werden jeweils mit drei hohlen, 100 Tonnen schweren Stahlrohren, den sogenannten Piles, im Meersgrund verankert. Sie werden im kommenden Frühjahr aufgebaut. Die weiteren Windanlagenbestandteile wie Turm, Gondel, Nabe und Rotorblätter sollen dann im Sommer 2012 folgen.

Während die Errichterplattform "Goliath" auf hoher See bleibt, bringt das Ladeschiff "Maersk Finder" regelmäßig Piles zur Baustelle auf hoher See. Basis des Schiffes ist Bremerhaven. Die Piles sind zwischen 35 und 40 Meter lang und wiegen über hundert Tonnen.

Ziel ist, bis Ostern 2012 alle Gründungstrukturen fertig zu stellen, um danach die Tripods und die Windkrafträder aufzubauen. Die ersten vierzig Fundamente sind Teil der ersten Ausbaustufe des Trianel Windparks Borkum. Die zweite Ausbaustufe mit weiteren 40 Windrädern soll direkt im Anschluss an den ersten Bauabschnitt erfolgen. "Schon im kommenden Jahr wollen wir die Verträge für den zweiten Bauabschnitt in Angriff nehmen", so Sven Becker, Vorsitzender der TWB- Gesellschafterversammlung und Sprecher der Geschäftsführung der Trianel GmbH. 

Erster rein kommunaler Offshore-Windpark Europas

Trianel Borkum West II ist das größte Windprojekt in der deutschen Nordsee und der erste rein kommunale Offshore-Windpark Europas, der vollständig projektfinanziert ist.

Der Pionier- und Forschungswindpark "Alpha Ventus" (Borkum West I) mit einem Investitionsvolumen von 250 Mio. Euro wird zwar auch vom kommunal beherrschten Energieversorger EWE AG betrieben, jedoch sind an der "Alpha Ventus"-Projektgesellschaft Deutsche Offshore Testfeld- und Infrastruktur GmbH (DOTI) neben EWE zu gleichen Teilen auch die Energieriesen E.on und Vattenfall beteiligt. "Alpha Ventus" umfasst 12 Windräder mit einer Leistung von jeweils 5 Megawatt.

Der neue Trianel-Windpark "Borkum West II" soll zum Jahreswechsel 2012/13 ans Netz gehen. Die Baukosten für Phase 1 betragen rund 800 Mio. Euro.

(FN)


 


 

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