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Geltungssucht

Trittbrettfahrer des Terrors

Terroristen sind verabscheuungswürdige Menschen. Sie töten Unschuldige und begründen dies wahlweise mit zu menschenverachtenden Ideologien umgedeuteten Religionen oder Weltanschauungen. Beinahe genau so widerlich jedoch sind die Trittbrettfahrer des Terrorismus, die auf dem Feuer der Furcht ihr schales Süppchen kochen.

Oftmals, so beweisen es die Aussagen der Festgenommenen, handelt es sich um labile, geltungssüchtige Burschen. Unbeeindruckt von ihrem Gewissen, verängstigen sie zurzeit fast täglich Tausende, wenn sie ein Kinopublikum mit einer Bombendrohung aufschrecken oder bewusst einen Koffer herrenlos auf einem Bahnsteig zurücklassen. Jeder so provozierte Terroralarm löst einen gewaltigen Polizeieinsatz aus. Die Beamten müssen vom Schlimmsten ausgehen, auch wenn die Erfahrung sie lehrt, dass es sich wahrscheinlich um einen Fehlalarm handelt. Verlassen können sich die Beamten darauf nicht - schließlich braucht es für ein Blutbad lediglich einen entschlossenen Attentäter. Wenn wir über schärfere Gesetze gegen den Terror diskutieren, sollten wir auch über die Trittbrettfahrer reden. Allerdings gilt in diesem Fall: Schon das Ausschöpfen bestehenden Rechts könnte abschreckende Wirkung entwickeln. Für Trittbrettfahrer sieht unser Gesetz Freiheitsstrafen vor.

Dieser Artikel ist in der aktuellen Ausgabe der "Rheinischen Post" (Düsseldorf) erschienen.

(ots/Redaktion)


 


 

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