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Bis zu 400 Arbeitsplätze in Gefahr

TUI-Programm zur Gewinnsteigerung kostet hunderte Jobs in Hannover

Der Reisekonzern TUI will seine Gewinnmarge im Hauptmarkt Deutschland steigern und plant dazu einen großen Personalabbau in der Zentrale in Hannover. Der größte Touristikkonzern Europas baut deshalb zurzeit sein Buchungs- und Produktionssystem auf Internetbetrieb um. Dabei sei "ein Arbeitsplatzabbau leider unvermeidbar" und solle "so sozialverträglich wie möglich gestaltet werden", teilte TUI am Freitag mit.

Nach Informationen der "Bild"-Zeitung ist der Abbau von 400 Arbeitsplätzen in Hannover geplant. Ein Firmensprecher wollte sich nicht zur genauen Zahl der Stellenstreichungen äußern. Nach Angaben aus Firmenkreisen sollen befristete Verträge auslaufen. Außerdem seien seit Beginn des Umbauprogramms mit dem Codenamen NPM bereits Stellen vorsorglich nicht neu besetzt worden.

Der Betriebsrat erklärte, die Geschäftsführung verhandele mit der Arbeitnehmervertretung über einen Personalabbau. Ein "unsozialer Kostenkahlschlag" müsse verhindert werden. Einzelheiten soll die Belegschaft bei einer Betriebsversammlung am 29. September erfahren. TUI hat nach Firmenangaben in Deutschland 9.600 Mitarbeiter, davon 3.000 in Hannover.

Scharfer Wettbewerb auf deutschem Reisemarkt

Eigentlicher Hintergrund der Sparwelle ist der scharfe Wettbewerb auf dem deutschen Reisemarkt: TUI fährt in England und Skandinavien deutlich mehr Rendite ein als in der Heimat. Vor allem kleinere Veranstalter wie Alltours drücken die Preise, während TUI sich in England nur gegen die sowieso angeschlagene Konkurrenz von Thomas Cook wehren muss und so höhere Preise durchsetzen kann.

TUI Deutschland hatte deshalb zu Jahresbeginn ein Programm zur Gewinnsteigerung angekündigt. Vor allem bei billigen Pauschalreisen will TUI in Zukunft mehr über das Internet abwicklen: Nicht nur die Kunden sollen online buchen, auch die Bestellung von Zimmern und Flugsitzen läuft mit NPM weitgehend automatisch ab. Das spart Mitarbeiter, die bisher zum Beispiel aus vorgebuchten Kontingenten an Zimmern und Flugzeugen die Pauschalreise zusammenbinden mussten.

(dapd )


 


 

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