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Ab-in-den-Urlaub engagiert Ex-Datenschützer Thomas Giesen

Die Leipziger Internetfirma Unister geht nach Vorwürfen in die Gegenoffensive. Ab sofort berät der frühere sächsische Datenschutzbeauftragte Thomas Giesen die Unister Holding, wie das Unternehmen am Freitag in Leipzig mitteilte.

Von Onur Yamac

Das Unternehmen reagiert damit auf die Ermittlungen der Generalstaatsanwaltschaft in Dresden und verschiedene anderslautende Vorwürfe. Die Staatsanwälte warfen Unister zuletzt unter anderem unerlaubten Adresshandel und Steuerhinterziehung vor, weil ein "Storno-Schutz" für Reisen nicht als Versicherung deklariert worden war und daher Steuern nicht geleistet worden sein sollen. Der Vorgang ist Gegenstand von laufenden Ermittlungen.

Im Zuge dessen waren verschiedene andere Vorwürfe in den Medien gestreut worden, die allerdings nicht unbedingt mit Verfehlungen des Unternehmens in Verbindung stehen müssen. So löste der Reiseanbieter TUI seinen Vertrag mit Unister, allerdings hatte sich Unister in den vergangenen Jahren mit Reiseportalen wie Ab-in-de- Urlaub . de und Fluege. de neben den klassischen Reiseanbietern und Reisebüros fest als Vetriebsplattform für verschiedene Reiseanbieter im Markt etablieren können. Um ihre Abhängigkeit von externen Anbieters zu verringern, setzen klassischen Reiseanbieter daher zunehmend auf eigene Plattformen. Auch bei Unister will man die Vertragslösung daher nicht unbedingt als Ergebnis der Ermittlungen gegen das Unternehmen sehen. 

Unister: Umfassende Datenschutz-Offensive

Auch Vorfälle bei Unister, die den Datenschutz betreffen, waren in der Folge der Ermittlungen bekannt geworden. Das Unternehmen hatte die Zahlungsabläufe aber zu diesem Zeitpunkt bereits auditieren lassen. Schaden entstand Kunden hierdurch nicht, da dieser durch eine Strafzahlung von Unister an die Kreditkartenfirmen abgedeckt worden ist. Dennoch fanden Medien in der Folge noch Ansatzpunkte bei Schnittstellen zu den Reiseanbietern. Auch diese wurden wenig später geschlossen, betrafen allerdings - wie viele der übrigen Vorwürfe - in der Branche nicht Unister alleine. Kritik wurde zudem daran laut, dass ein Vorstand als Datenschutzbeauftragter fungiert.

Nun reagiert Unister mit einer umfassenden Datenschutz-Offensive und unterwirft seine Abläufe dauerhaft einen ausgewiesenen Spezialisten.

Als Konzernbevollmächtigter für Datenschutz unterstützt der 66-jährige Rechtsanwalt Thomas Giesen ab sofort den Unister-Datenschutzbeauftragten Frank Hillmer.

"Es reizt mich, die Dinge in Ordnung zu bringen", sagte Giesen der "Leipziger Volkszeitung". Unister erklärte, in der Internetbranche seien nicht alle Fragen rund um den Datenschutz beantwortet. Daher wolle das Unternehmen mit den besten und erfahrensten Köpfen auf diesem Fachgebiet zusammenarbeiten.

Giesen war zwölf Jahre lang Datenschutzbeauftragter in Sachsen. Anfang 2004 wurde er von Andreas Schurig abgelöst, der das Amt seitdem ausübt.

(dapd, Red. / oy)


 


 

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