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Gewerkschaft fordert mehr Familienfreundlichkeit von Unternehmen

Die IG Metall fordert von Politik und Wirtschaft mehr Einsatz für die junge Generation. "Bildung und Ausbildung werden immer noch vernachlässigt, unsichere Arbeitsverhältnisse akzeptiert oder gefördert", sagte der Zweite Vorsitzende der Gewerkschaft, Detlef Wetzel, am Dienstag in Berlin. Zu viele jungen Menschen hätten trotz des Aufschwungs und einer relativ geringen Jugendarbeitslosigkeit keine berufliche Perspektive und damit auch keine soziale Sicherheit. Besonders kritisch sei Leiharbeit zu sehen.

Aus einer Befragung durch TNS Infratest im Auftrag der Gewerkschaft gehe hervor, dass rund 70 Prozent der Bevölkerung der Ansicht seien, es werde nicht genug für die junge Generation getan. 83 Prozent der Befragten sind demnach der Meinung, dass unsichere Arbeitsverhältnisse einen negativen Einfluss auf den sozialen Frieden haben. "Wer eine gut funktionierende Gesellschaft will, muss der Jugend eine sichere Zukunft mit guten beruflichen und privaten Perspektiven ermöglichen", sagte Wetzel bei der Vorstellung der Befragungsergebnisse.

Reine Armutsbekämpfung nur etwas für Entwicklungsländer

Der Gewerkschafter kritisierte vor allem Leiharbeit und befristete Arbeitsverhältnisse, weil diese besonders familienunfreundlich seien. Leiharbeiter profitierten häufig nicht von den bestehenden Regelungen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf - sie seien damit einmal mehr Mitarbeiter zweiter Klasse.

Leiharbeit sei zwar ein Mittel, um Arbeitslose zurück ins Erwerbsleben zu bringen. Es reiche aber nicht, allein Arbeitslosigkeit und Armut zu bekämpfen. "Armutsvermeidung ist eine Strategie in einem Entwicklungsland, nicht aber für ein hoch kultiviertes Industrieland", sagte Wetzel. Hierzulande gehe es um ein gutes Leben und die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.

Die aktuellen Ergebnisse einer Umfrage unter Betriebsräten im Zuständigkeitsbereich der IG Metall belegt Wetzel zufolge, dass trotz gegenteiliger Behauptungen von den Unternehmen in der Frage der Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu wenig getan werde. Die befragten Betriebsräte erhielten in mehr als der Hälfte der Betriebe eine weniger gute (39 Prozent) oder gar keine Unterstützung (17 Prozent).

"Sie werden im Alltag vielfach mit den Problemen der Vereinbarkeit allein gelassen", sagte der Gewerkschafter. Das stehe im Widerspruch zur Aussage vom Arbeitgeberverband Gesamtmetall, wonach 99 von 100 Unternehmen familienfreundliche Maßnahmen anböten.

(dapd )


 


 

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