Sie sind hier: Startseite Weser-Ems Finanzen
Weitere Artikel
Ehepaar Piech übernimmt die Kontrolle

Top-Positionen in Aufsichtsrat und Vorständen werden besetzt

Seit bald 20 Jahren bestimmt der Milliardär Ferdinand Piech die Geschicke des Volkswagenkonzerns - ab 1993 als Vorstandschef und Retter in einer tiefen Krise; seit 2002 als Aufsichtsratsvorsitzender und inzwischen Miteigentümer. Der Wolfsburger Konzern wuchs in dieser Zeit zum größten Autobauer Europas und zur Nummer drei weltweit. Umsatz und Gewinn erreichen Rekorde, das Ziel der weltweiten Marktführung ist in Reichweite.

Von Claus-Peter Tiemann

Vor dem Hintergrund dieses gigantischen Erfolgs regelt Piech jetzt wenige Wochen vor seinem 75. Geburtstag offenbar für die Zukunft die Führung und Kontrolle über den Konzern.

Am Wochenende wurde bekannt, dass Piechs 19 Jahre jüngere Frau Ursula in den Aufsichtsrat einziehen soll. Das war aber nicht die erste Personalentscheidung, los ging es schon vor einem Jahr:

Im Januar 2011 wurde der Vertrag von Konzernchef Martin Winterkorn vorzeitig verlängert: Bis Ende 2016 soll der enge Vertraute von Piech VW als Vorstandschef leiten, dann wird "Wiko" 69 Jahre alt sein. Erst vor wenigen Tagen wurde Winterkorns Vertrag als Vorstandsschef bei VW-Haupteigentümer Porsche SE verlängert, sogar bis Ende 2017. Dann ist er 70.

Piech macht damit einen weiteren Schritt bei der Regelung seines Vermächtnisses: 2010 hatte er bereits sein milliardenschweres Imperium auf zwei österreichische Privatstiftungen übertragen. Er wollte damit vermeiden, dass Erben später Teile des Firmenvermögens verkaufen. Ehefrau Ursula spielt in den Stiftungen neben Piech die wichtigste Rolle.

Winterkorn setzt sich für Ursula Piech ein

Piech selbst steht bei der Hauptversammlung im April zu Wiederwahl in den Aufsichtsrat an, neben seiner Ehefrau Ursula. Die Wahl gilt als sicher, halten die Familien Porsche und Piech doch über die Holding Porsche SE mehr als die Hälfte der Stimmrechte an VW. Piech wäre dann bis 2017 im Aufsichtsrat, vermutlich als Chef. Dann wird Piech 80 sein, seine Frau 61.

Wenn Ferdinand Piech dann 2017 aus dem Aufsichtsrat abtreten sollte, wäre dort Platz für Winterkorn, dessen Vertrag Ende 2016 abläuft. Die beiden kennen und schätzen einander seit etwa 30 Jahren. Piech zog den Jüngeren schon mehrfach nach in Spitzenjobs, die er vorher selbst hatte.

Winterkorn warf sich am Montag bei der Bilanzvorstellung gegen kritische Fragen für Ursula Piech in die Bresche, deren Beruf in der Kandidatur mit "Kindergärtnerin und Horterzieherin mit zusätzlichem Prüfungsfach Wirtschaft und Recht" ausgewiesen ist. Die Kandidatin sei eine "sehr kompetente und unternehmerisch denkende Frau", sagte Winterkorn. Winterkorn und Ursula Piech würden im Aufsichtsrat dann zusammen mit zwei Mitgliedern der Familie Porsche und einem weiteren Piech die Interessen der Familien vertreten.

Offen ist damit nur noch die Position des VW-Vorstandsvorsitzenden. Von den jetzigen Vorstandsmitgliedern gelten Audi-Chef Rupert Stadler und Vertriebsvorstand Christian Klingler als ambitionierte Manager. Außerdem wird der VW-Verantwortliche für den wichtigsten Markt China, der frühere Conti-Vorstandsvorsitzender Karl-Thomas Neumann, auf seinen Erfolg hin in Wolfsburg sehr genau beobachtet.

(dapd )


 


 

Piech
Aufsichtsrat
Rolle Winterkorn
Vorstandschef
Ursula Piech

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Piech" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: