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"Wir müssen alle froh sein" -

Hiobsbotschaft aus den USA vom Tisch - Deutsche Wirtschaft erleichtert

Die Einigung im US-Haushaltsstreit hat die Börsen weltweit beflügelt, auch die deutsche Wirtschaft kann aufatmen. Denn das Damoklesschwert der amerikanischen Zahlungsunfähigkeit ist weg - das Wachstum kann erst mal weitergehen wie geplant. Der Kompromiss von Washington "bedeutet, dass nichts Gravierendes passiert", sagt Jörg Hinze vom Hamburgischen Weltwirtschafts-Institut (HWWI).

Von Roland Losch

In der Begeisterung über das Wachstum in China gerät manchmal aus dem Blick, dass die USA immer noch die größte Volkswirtschaft der Welt sind. Rund acht Prozent der deutschen Exporte gehen in die Vereinigten Staaten - Autos, Maschinen und andere Industriegüter vor allem. Aber Probleme in den USA treffen alle Länder weltweit und damit auch alle Kunden deutscher Exporte von Asien bis Südamerika, wie Hinze erklärt. Für China sind die USA sogar der wichtigste Exportmarkt. Das heißt, eine Krise der US-Wirtschaft träfe die deutsche Wirtschaft direkt und indirekt stark. Sparkurs längst notwendig

Mit der von US-Präsident Barack Obama verkündeten Einigung läuft der US-Haushalt erst einmal so weiter wie geplant. Die Schuldengrenze wurde sogar bis nach der Wahl im November 2012 erhöht. Von dieser Seite sind also erst einmal keine neuen Hiobsbotschaften mehr zu befürchten. Die Auswirkung auf das Wirtschaftswachstum sei nicht messbar, sagte der HWWI-Konjunkturexperte.

Erst mittelfristig soll kräftig gespart werden. "Das ist aber sowieso erwartet worden", sagt Hinze: "Dass die USA ebenso wie Europa in der Geld- und Finanzpolitik bremsen müssen, dass es so nicht weitergehen kann, das ist jedem klar." Ob US-Bürger oder Unternehmen jetzt verunsichert seien und sich bei Konsum oder Investitionen zurückhalten würden, sei heute noch unberechenbar.

Entwarnung für deutsche Autohersteller

Für den Finanzmarktforscher Tobias Knedlik vom Institut für Wirtschaftsforschung (IW) in Halle steht die gute Botschaft im Vordergrund: "Wir müssen alle froh sein, dass die drohende Zahlungsunfähigkeit abgewendet wurde." Mit der sich jetzt abzeichnenden Lösung seien die Folgen für Deutschland gering. Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman befürchte zwar, dass die Ausgabenkürzung die Erholung der US-Wirtschaft zunächst bremst. Aber mittelfristig werde die US-Wirtschaft wieder stärker und flexibler, sagt Knedlik.

Welche Sektoren von Ausgabenkürzungen am stärksten betroffen sind, ist noch offen - die US-Politiker müssen die meisten Details erst noch aushandeln. Einige Infrastruktur - oder Gesundheitsprojekte würden vielleicht nicht so schnell umgesetzt werden, sagt Knedlik. Einsparungen bei Sozialleistungen träfen chinesische Exporteure eher als deutsche. "Auswirkungen auf deutsche Autohersteller kann ich nicht sehen", sagt Knedlik.

(dapd )


 


 

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