Sie sind hier: Startseite Weser-Ems Business-News
Weitere Artikel
Rating auf AA+ geändert

Warnungen und Beruhigungsversuche nach Herabstufung der USA

Politiker und Wirtschaftsexperten haben am Samstag mit Warnungen und Beschwichtigungen auf den Kurssturz der vergangenen Woche und die Herabstufung der US-Kreditwürdigkeit reagiert. Der Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Gustav Horn, sagte der Nachrichtenagentur dapd, er erwarte einen Ausverkauf amerikanischer Staatsanleihen und weitere Turbulenzen an den Märkten. Der Wirtschaftsweise Peter Bofinger versuchte hingegen zu beruhigen: "Die USA können nicht insolvent werden."

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte wegen der Verschärfung der Krise am Freitagabend ihren Urlaub unterbrochen, um sich mit wichtigen europäischen Partnern und den USA über die aktuellen Entwicklungen in der Eurozone und auf den Finanzmärkten zu beraten. Sie telefonierte mit dem französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy, dem italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi, dem britischen Premierminister David Cameron und dem US-Präsidenten Barack Obama. Einzelheiten der Gespräche wurden nicht bekannt

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) äußert sich nicht zur Herabstufung der US- Bonität . Dem "Focus" sagte der Minister aber, dass er eine Ausweitung des Euro-Rettungsschirms ablehne, wie sie von manchen europäischen Politikern gefordert worden war. "Wir setzen jetzt die beim Sondergipfel am 21. Juli gefassten Beschlüsse entschlossen um", sagte der FDP-Vorsitzende. Damit werde den Kapitalmärkten signalisiert, "dass wir das Eurosystem verteidigen". Wer aber meine, "diese Entscheidungen nach gerade einmal zwei Wochen bereits wieder infrage stellen zu müssen, erreicht genau das Gegenteil und verunsichert die Märkte".

Aktionärsschützer warnt vor Panik

Einer der wichtigsten deutschen Aktionärsschützer warnte die Anleger indes vor Panikreaktionen. "Die Herabstufung der USA war längst überfällig", sagte der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW), Ulrich Hocker, im dapd-Interview. Der Markt habe diesen Schritt erwartet. Für Amerika werde es nun schwieriger, seine Wirtschaft über zusätzliche Schulden anzukurbeln. Anleger müssten sich an die gestiegene Unsicherheit gewöhnen.

Poß und Wagenknecht für Eurobonds

Der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Joachim Poß, forderte eine Neubestimmung des Verhältnisses von Politik und Finanzmärkten. Die vergangenen Tage hätten in erschreckender Weise die Irrationalität der Finanzmärkte offenbart. Er verlangte unter anderem europäische Staatsanleihen (Eurobonds), eine Finanztransaktionssteuer und stärkere Haushaltskontrollen.

Die stellvertretende Vorsitzende der Linkspartei, Sahra Wagenknecht, machte sich ebenfalls für Eurobonds, aber auch für eine europaweite Vermögensabgabe stark. "Nur durch eine Heranziehung des riesigen privaten Reichtums und Geldvermögens kann die Schuldenkrise gelöst werden", sagte sie.

(dapd )


 


 

Herabstufung
USA
Finanzmärkte
Eurobonds
FDP-Vorsitzende
Schulden
Politik
Anleger
Aktionärsschützer

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Herabstufung" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: