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Verbraucherschutz

Trinken wir Mikroplastik im Mineralwasser?

Nach der Veröffentlichung einer Studie über Mikroplastikpartikel im Mineralwasser fordert die Verbraucherorganisation Foodwatch auch die Bekanntgabe der Herstellernamen und Laborwerte.

Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat das Verbraucherministerium in Nordrhein-Westfalen nach eigenen Angaben aufgefordert, Testergebnisse zu Mikroplastik in Mineralwasser vollständig zu veröffentlichen. Eine dem Ministerium unterstellte Behörde habe Ende 2017 eine Studie veröffentlicht, in der Mikroplastik-Partikel in Mineralwasser nachgewiesen wurden – das Ministerium nenne jedoch auch auf Nachfrage von Foodwatch keine Hersteller- oder Produktnamen.

Gesundheitliche Risiken noch offen

Welche gesundheitlichen Gefahren von dem Verzehr von Mikroplastik ausgehen, sei noch „völlig unklar“, heißt es in einer Mitteilung der Verbraucherorganisation Ende Juli. Danach gebe es Hinweise darauf, dass der Verzehr von Mikroplastik Entzündungen beim Menschen hervorrufen könne. Eine Risikobewertung durch die zuständigen Behörden stehe allerdings noch aus. Solange die gesundheitlichen Auswirkungen nicht geklärt sind, sei es „das Mindeste, dass Verbraucherinnen und Verbraucher erfahren, in welchen Produkten Mikroplastik enthalten ist“, so Foodwatch.

Zahlreiche Studien hätten laut der Verbraucherorganisation in den letzten Jahren nachgewiesen, dass Lebensmittel winzige Plastikpartikel und -fasern enthalten, etwa Meeresfrüchte. „Das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Münsterland-Emscher-Lippe (CVUA-MEL) hat in einer Kooperation mit der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster in einer Laboranalyse von November 2017 auch in Mineralwasser Mikroplastik nachgewiesen. Getestet wurden 38 Produkte, darunter sowohl Plastik- als auch Glasflaschen.“

Antrag auf Herausgabe von Herstellernamen abgelehnt

Besonders hoch seien die Werte bei Wasser aus Mehrweg-Plastikflaschen ausgefallen. Doch auch in einigen Mineralwässern in Glasflaschen sei eine erhöhte Zahl an Mikroplastik-Partikeln enthalten gewesen.

Foodwatch hatte nach eigenen Angaben im Februar 2018 einen Antrag auf Herausgabe der Herstellernamen unter Berufung auf das Verbraucherinformationsgesetz gestellt. Das nordrhein-westfälische Ministerium habe den Antrag jedoch abgelehnt, „unter anderem, weil die betroffenen Analysen im Rahmen eines laufenden Promotionsverfahrens durchgeführt wurden“.

Bislang gebe es keine amtliche Risikobewertung zu Mikroplastik in Lebensmitteln – obwohl das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und die Europäische Lebensmittelbehörde (EFSA) schon seit Jahren zu dem Thema arbeiten. Laut BfR gebe es bislang zu wenig belastbare Daten zu Mikroplastik in Lebensmitteln, um die gesundheitlichen Auswirkungen zu bewerten.

„Ungeachtet dessen hat das BfR gegenüber Foodwatch im Hinblick auf die Studie aus Nordrhein-Westfalen angegeben, dass ‚nach dem derzeitigen Stand der Kenntnis kein gesundheitliches Risiko für den Verbraucher angenommen‘ werde“, heißt es in der Mitteilung der Verbraucherorganisation. „Wir brauchen eine richtige Risikobewertung und keine Mutmaßungen. Wenn die Daten fehlen, müssen sie erhoben werden", betont Sophie Unger von der Foodwatch.

Ministerium weist Vorwürfe zurück

Gegenüber t-online.de erklärte Peter Schütz, Pressesprecher des Verbraucherministeriums in Nordrhein-Westfalen auf deren Nachfrage: „Die Vorwürfe von Foodwatch, dass wir irgendetwas verbergen, sind nicht richtig.“ Die Hersteller- und Produktnamen seien aus zwei Gründen nicht veröffentlicht werden: Erstens sei die Untersuchung noch nicht abgeschlossen und zweitens entzöge sie sich ihrer Hoheit, da es sich um eine Doktorarbeit einer Doktorandin an der Universität Münster handelt. Diese Arbeit werde Anfang 2019 fertig sein. „Sobald diese Doktorarbeit fertig ist, werden wir sie in Abstimmung mit der Universität Münster genauso veröffentlichen, wie wir die Ergebnisse aus 2017 schon veröffentlicht haben.“

(Redaktion)


 


 

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