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Widerstand von der EZB

Irland kann Gläubiger nicht stärker an Verlusten beteiligen

Irland kann ausländische Gläubiger nicht stärker an den Verlusten seiner Banken beteiligen. Der irische Finanzminister Michael Noonan erklärte am Freitag, die Europäische Zentralbank (EZB) blockiere einen solchen Schritt. Die EZB habe lediglich zugestimmt, die Eigentümer von Anleihen mit fünf Milliarden Dollar an den Verlusten zu beteiligen.

Noonan erklärte weiter, mit dem Vorhaben, weitere Milliardenverluste auf große Eigentümer von Anleihen, hauptsächlich deutsche, britische und amerikanische Banken, zu verteilen, sei die Regierung gescheitert. Eine Mehrheit der EZB -Gouverneure habe sich gegen einen solchen Plan ausgesprochen. Die Verhandlungen hätten bis Donnerstag angedauert. Einer der wenigen, die den irischen Plan unterstützt habe, sei der Deutsche Bundesbankchef Axel Weber.

Der irische Finanzminister versicherte, sein Land werde nicht einseitig handeln und sich gegen die EZB stellen, schließlich sichere die Europäische Zentralbank die Liquidität der irischen Banken. Von diesen kann sich derzeit keine Geld auf dem freien Markt beschaffen. Noonan zeigte sich gleichzeitig zufrieden mit dem Entgegenkommen der EZB, die zusagte, die irischen Banken weiter liquide zu halten, selbst wenn deren Kreditwürdigkeit weiter gesenkt werde.

Die irischen Banken benötigen nach den Stresstests weitere 24 Milliarden Euro, wie am Donnerstag bekannt wurde. Das Finanzministerium kündigte Pläne für eine radikale Umstrukturierung an. Ziel ist es, zwei große Banken zu schaffen - Bank of Ireland und Allied Irish Banks.

Seit 2009 hat die irische Regierung bereits 46 Milliarden Euro in das Finanzsystem gepumpt und mit einer Verstaatlichung begonnen, um einen Kollaps von Banken zu verhindern. Die Zentralbank stellt derzeit kurzfristige Darlehen in Höhe von 89 Milliarden Euro zur Verfügung, eine ähnliche Summe kommt von der EZB.

Kreditwürdigkeit erneut herabgestuft

Die Ratingagentur Standard & Poor's stufte unterdessen die Kreditwürdigkeit Irlands herab. Grund sei die Befürchtung, dass Eigentümer von Anleihen nach neuen EU-Regeln ab 2013 stärker an Verlusten beteiligt werden können. Gleichzeitig betonte das Unternehmen, die Wachstumsaussichten seien in Irland besser als in Portugal und Griechenland. Für Irland gilt derzeit eine Bewertung von BBB+, drei Stufen über dem sogenannten Ramsch-Status. S & P sprach aber von stabilen Aussichten. Das bedeutet, dass eine weitere Abwertung nicht unmittelbar bevorsteht.

(dapd )


 


 

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