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Wie man die richtige Versicherung findet

Die Auswahl ist riesig - Richtige Beratung kann viel Geld sparen

Der Überblick auf dem Versicherungsmarkt geht leicht verloren. Es gibt ungezählte Angebote, die Einzelheiten sind oft schwer verständlich. Ein paar Grundregeln sollte jeder kennen. Aber wer nicht selbst vom Fach ist, dem kann gute Beratung helfen, die größten Fehler zu vermeiden und die wichtigsten Risiken abzudecken.

Von Philipp Heinz

Grundsätzlich gilt: Schäden, die die Existenz gefährden, sollten auf jeden Fall versichert werden. Alles andere ist Beiwerk, manchmal sogar Geldverschwendung. Auf einen Vergleich verschiedener Anbieter sollte niemand verzichten, denn die Preise weichen oft stark voneinander ab. Wer sich die Mühe nicht macht, zahlt also mitunter doppelt so viel wie nötig.

Im Schnitt gab 2009 jeder Deutsche 1.862 Euro für private Versicherungen aus, der Großteil davon entfiel auf Altersvorsorge und Krankenversicherungen. Für Schaden- und Unfallversicherungen wurden pro Kopf 436 Euro gezahlt, wie der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft errechnet hat.

Wer eine Versicherung abschließen will, sollte auch wissen, wer daran verdient. Versicherungsvertreter zum Beispiel verdienen ihr Geld in der Regel über die Provision, die sie beim Abschluss eines Vertrages bekommen. Die Versicherungsgesellschaft belohnt also den Außendienstler dafür, dass er ihr Umsatz bringt. Laut dem Gesamtverband der Versicherungswirtschaft beschäftigte die Branche im vergangenen Jahr 555.000 Menschen und setzte etwa 200 Milliarden Euro um.

Verbraucherschützerin misstraut Versicherungsvertretern

Edda Castello von der Verbraucherzentrale Hamburg hat Vorbehalte gegen Versicherungsvertreter: "Die machen das, was der Versicherung nutzt." So würden zum Teil Versicherungen wegen der Höhe der Provisionen verkauft, nicht aber, um dem Kunden den besten Schutz zu vermitteln. So würden Risikolebensversicherungen kaum aktiv vertrieben, und nur ein Bruchteil der Haushalte habe eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Beide Policen seien aber sehr wichtig, um eine Familie vor dem wirtschaftlichen Ruin zu schützen.

Ähnlich wenig hält Castello von Finanz- oder Strukturvertrieben. Für etwas verbraucherfreundlicher hält sie Versicherungsmakler. Bei denen sollte ein Kunde aber darauf achten, dass sie bei einem Vergleich verschiedener Anbieter auch die günstigen der Branche berücksichtigten. Auch Online-Vergleichsportale könnten sinnvoll sein. Dabei sollten die Verbraucher aber darauf achten, dass die Portale auch unabhängig seien - und kein verlängerter Arm der Versicherungswirtschaft.

Die Stiftung Warentest ermittelt regelmäßig die besten Angebote in einer Versicherungssparte, danach können sich die Verbraucher richten. Castello macht auf das Angebot der Verbraucherzentralen aufmerksam. Für etwa 100 Euro könne sich dort jedermann rundum über Versicherungsfragen beraten lassen. Auch der Bund der Versicherten (BdV) bietet Beratung an.

BdV-Vorstand Thorsten Rudnik schätzt die Einsparmöglichkeiten pro Haushalt - gute und unabhängige Beratung vorausgesetzt - auf 400 bis 500 Euro pro Jahr. Darin eingeschlossen sind allerdings auch die Ausgaben für Kapitallebens- und Rentenversicherungen, die keine Versicherungen gegen ein Risiko sind, sondern eher Sparverträge.

(dapd )


 


 

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