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Keine Dividende für Anteilseigner EWE

Energieversorger VNG schreibt 2011 rote Zahlen

Der Erdgasimporteur und Energieversorger VNG, an dem mit einem großen Aktienpaket auch die Oldenburger EWE AG beteiligt ist, hat das Jahr 2011 mit einem Verlust von 260 Millionen Euro abgeschlossen.

Von Sven Eichstädt

Der VNG-Vorstandsvorsitzende Karsten Heuchert sprach am Donnerstag in Leipzig von einem unbefriedigenden Ergebnis. Er begründete den Verlust damit, dass die Einkaufspreise für Erdgas aus langfristigen Verträgen über den Marktpreisen gelegen hätten.

Für dieses Jahr kündigte Heuchert einen Gewinn in der Größenordnung des Jahres 2010 an. Damals hatte das 1990 gegründete Unternehmen einen Überschuss von 59 Millionen Euro erwirtschaftet. Der Vorstandschef begründete seine Gewinnerwartung für 2012 damit, in Preisverhandlungen und Schiedsverfahren mit Lieferanten für die VNG günstige Konditionen durchsetzen zu wollen.

Die VNG AG bezieht nach eigenen Angaben den größten Teil ihres Erdgases auf der Grundlage von Langfristverträgen aus Russland (29 Prozent), Norwegen (17 Prozent) sowie von deutschen Produzenten (13 Prozent).

Die VNG-Gruppe, zu der auch ausländische Tochterunternehmen gehören, schloss 2011 mit einem Verlust von 211 Millionen Euro ab, im Jahr zuvor hatte es noch einen Gewinn von 69 Millionen Euro gegeben. Die Umsätze der VNG-Gruppe lagen 2011 bei 8,2 Milliarden Euro und damit rund 30 Prozent höher als im Jahr zuvor. Bei der VNG AG stiegen die Umsätze um 21 Prozent auf rund 6,4 Milliarden Euro.

Gewinn soll der Kapitalrücklage zugeführt werden

Heuchert sagte, der Verlust des Jahres 2011 sei aus der Kapitalrücklage des Unternehmens beglichen worden. Das Eigenkapital der Gesellschaft verringerte sich von 734 Millionen Euro im Jahr 2010 auf 424 Millionen Euro im vergangenen Jahr. Der Vorstandsvorsitzende kündigte an, den für 2012 erwarteten Gewinn der Kapitalrücklage zuführen zu wollen.

Das Unternehmen werde in den kommenden Jahren rund 500 Millionen Euro investieren, um neue Speicher für Erdgas anzulegen, sagte Heuchert. Diese sollen eine Kapazität von rund 620 Millionen Kubikmetern haben. Derzeit ist VNG mit einem Speichervolumen von 2,6 Milliarden Kubikmetern der drittgrößte Speicherbetreiber Deutschlands.

Keine Dividende für die Aktionäre

Nach Angaben von Heuchert wird der Vorstand der Hauptversammlung vorschlagen, für 2011 keine Dividende an die Aktionäre auszuschütten. Dies werde für das Geschäftsjahr 2012 voraussichtlich ebenso sein.

Die VNG gehört der Oldenburger EWE AG (47,9 Prozent), zehn ostdeutschen Kommunen (25,79 Prozent), der Wintershall Holding (15,79 Prozent) und der Gazprom Germania GmbH (10,52 Prozent).

Das Unternehmen gilt als drittgrößter Erdgasimporteur und siebtgrößter Energieversorger Deutschlands. Die Zahl der Mitarbeiter verringerte sich 2011 im Jahresvergleich von 754 auf 692.

(dapd )


 


 

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