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Nachfolger der SMS kostenfrei

Surfen wird mit LTE teurer - Vodafone will zehn Euro mehr im Monat

Der Internet-Standard LTE soll Mobilfunkkonzernen mehr Geld in die Kassen spülen. Der Vorsitzende der Geschäftsleitung des deutschen Vodafone-Ablegers, Friedrich Joussen, kündigte dafür in Düsseldorf deutliche Preiserhöhungen an: Kunden, die über LTE auf das weltweite Datennetz zugreifen wollen, sollen auf die bisherigen sogenannten Flat-Tarife zunächst zehn Euro pro Monat draufschlagen. Der geplante Nachfolger der SMS, RCSe, soll Kunden hingegen nichts kosten.

Von Daniel Bouhs

Joussen sagte vor Journalisten, LTE mache Smartphones noch einmal deutlich schneller. "Dieses Plus an Tempo ist seinen Preis wert", erklärte Joussen. Er wisse, dass im Gegenzug jedoch die Qualität der Mobilfunknetze der sogenannten vierten Generation (4G) tadellos sein müsse: "Hier toleriert der Kunde keine Schwächen."
Schneller als DSL und UMTS

Der Standard LTE ist per Veranlagung noch einmal deutlich schneller als das bisher für das mobile Surfen im Internet verbreitete UMTS. Die Mobilfunkkonzerne haben sich verpflichtet, LTE auch auf dem Land aufzubauen, wo Breitbandnetze per Kabel oder DSL oft Mangelware sind.

Auf dem Land bietet LTE laut Vodafone bereits Geschwindigkeiten von 12 bis 15 Megabit pro Sekunde (Mbit/s), in Städten auf ganz anderen Frequenzbereichen bis zu 50 Mbit/s. Das ist deutlich schneller als klassisches DSL mit bis zu 16 Mbit/s. UMTS kommt meist sogar nur auf 7,2 Mbit/s. Perspektivisch soll LTE Downloads von 100 Mbit/s stemmen.

Joussen sieht in RCSe eine "riesige Chance"

Keine weiteren Kosten kündigte Joussen hingegen für den Nachfolger des Kurznachrichtendienstes SMS an. Die Nutzung des neuen Standards RCSe werde in den Internet-Tarifen enthalten sein. Auf Kunden kämen damit beim Versand einer Nachricht keine Kosten zu. Allerdings ist auch die SMS schon in Flat-Tarifen oft nahezu unbegrenzt enthalten.

Joussen bezeichnete RCSe als "riesige Chance" für die Netzbetreiber. Mit RCSe werde das Telefonbuch eines Handys intelligent: "Es erkennt über Anbietergrenzen hinweg beispielsweise, ob der Gesprächspartner in UMTS oder LTE eingebucht ist und bietet dann Videotelefonie an."

Kampf gegen Dienste wie WhatsApp

Im Gegensatz zur SMS werden Nutzer laut Joussen zudem nicht mehr nur sehen, wenn eine Nachricht das Handy des Empfängers erreicht hat. Auch das Öffnen und damit tatsächliche Lesen einer Mitteilung wird dem jeweiligen Absender signalisiert.

Mit RCSe reagiert die Branche auf kostenfreie Dienste wie WhatsApp. Anders als diese Apps, die sowohl Absender als auch Empfänger einer Nachricht erst manuell auf ihre Geräte spielen müssen, soll RCSe auf neuen Handys hingegen vorinstalliert sein - und das weltweit.

(dapd )


 


 

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