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17,5 Millionen Euro für VW-Chef Winterkorn

Mit 17,5 Millionen Euro Jahresgehalt ist der Vorstandsvorsitzende von Volkswagen, Martin Winterkorn, der Spitzenverdiener unter den deutschen Konzernlenkern. Seine Bezüge lagen 2011 fast doppelt so hoch wie im Jahr zuvor, als der Vorstandschef von Europas größtem Autohersteller mit 9,3 Millionen Euro nach Hause ging.

Von Claus-Peter Tiemann

Elf Millionen Euro vom Gehalt sind ein erfolgsabhängiger Bonus . Winterkorn selbst hält sein Gehalt für angemessen. "An dem Ergebnis partizipieren viele, unter anderem auch der Staat, der 50 Prozent meines Bonus bekommt", sagte Winterkorn.

Insgesamt zahlte der Volkswagen-Konzern seinen acht obersten Managern im vergangenen Jahr 70,6 Millionen Euro, doppelt so viel wie im Vorjahr. Die Bezüge gehen aus dem am Montag veröffentlichtem Geschäftsbericht hervor.

Auch den rund 90.000 deutschen VW-Mitarbeitern füllt das gute Jahresergebnis die Taschen: Der Jahresbonus stieg von 4.000 auf 7.500 Euro. Nicht so üppig fließt das Geld zu den Aktionären: Die Dividende stieg nur um weniger als ein Drittel auf drei Euro pro Stammaktie.

Winterkorn liegt vor Daimler-Chef Zetsche

Winterkorn hängte mit seinen Bezügen erneut Daimler-Chef Dieter Zetsche ab, der im vergangenen Jahr 8,65 Millionen Euro nach Hause brachte. Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann kam 2010 auf 6,3 Millionen Euro.

Winterkorn liegt mit seinen 17,5 Millionen Euro sogar über dem Rekordverdienst von 2008. Er kassierte damals 12,7 Millionen Euro. Die enorme Summe kam aus dem Verkauf von Aktienoptionen. Allerdings reicht er nicht an Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking heran, der 2009 als Abfindung 50 Millionen Euro einstrich.

Damals erlebte die VW- Aktie im Zusammenhang mit dem Übernahmekampf gegen Porsche einen von Spekulanten ausgelösten Höhenflug, der das Papier auf bis zu 1.000 Euro Kurswert führte. Die Topmanager verkauften daraufhin ihre über Aktienoptionspläne bezogenen Anteilsscheine mit gigantischen Gewinnen und spendeten einen Teil der Gewinne für soziale Zwecke.

Auch die übrigen VW-Vorstände verdienten 2011 ordentlich: Finanzchef Hans Dieter Pötsch lag bei 8,1 Millionen Euro, die übrigen sechs Vorstandsmitglieder kassierten zwischen 7,3 und 7,7 Millionen Euro. Auch der Milliardär und VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piech kassierte ordentlich ab: 850.000 Euro für die Aufsehertätigkeit.

Winterkorn-Vorgänger abgeschlagen beim Gehalt

Personalvorstand Horst Neumann rechtfertigte die enorm hohen Gehälter, die an die Bezüge von Bankmanagern vor der Krise erinnern. "Ich glaube, das Vergütungssytem ist angemessen und auf den Erfolg von Volkswagen bezogen", sagte er.

Europas größter Autohersteller hatte 2011 einen Rekordgewinn von über 15 Milliarden Euro netto eingefahren. Der weitaus größte Teil der Bezüge ist erfolgsabhängig. VW verzichtet auf die umstrittenen Aktienoptionen für Manager. Neumann sagte, der Winterkorn-Vorgänger Bernd Pischetsrieder habe noch Platz 19 unter den Chefs der DAX-Unternehmen eingenommen. Inzwischen sei der VW-Chef auf Platz eins "mit einem ordentlichen Anstieg".

Winterkorn wies den Vergleich mit Bankern zurück: "Dieses Ergebnis ist ein real erwirtschaftetes Ergebnis", sagte er mit Blick auf die Papiergewinne vieler Geldhäuser.

(dapd )


 


 

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