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Vorbereitungen für Auffanggesellschaften

Schlecker-Betriebsräte erwarten endgültige Entlassungsliste

Diese Woche entscheidet sich, wer bei Schlecker gehen muss. Im Laufe des Dienstags wird die endgültige Liste mit den zu entlassenden Schlecker-Mitarbeitern erwartet. Die Anhörungsverfahren mit den Betriebsräten könnten noch am selben Tag beginnen, sagte der ver.di-Verhandlungsführer Bernhard Franke der Nachrichtenagentur dapd.

Von Matthias Jekosch

Nach dem Betriebsverfassungsgesetz müssen die Betriebsräte vor Entlassungen noch einmal angehört werden. Parallel dazu laufen die Vorbereitungen für Auffanggesellschaften, in denen die Betroffenen weiterqualifiziert werden können, ohne in die Arbeitslosigkeit zu rutschen - obwohl die Finanzierung noch nicht steht.

"Wir sitzen hier auf heißen Kohlen und warten auf die Liste", sagte Grit Walz, Betriebsrätin im Bezirk Baden-Baden, und fügte hinzu: "Uns rennt die Zeit davon." Im März sollen 9.500 Mitarbeiterinnen von Schlecker ihre Arbeitsplätze verlieren. Weiteren 1.700 Angestellten steht der Jobverlust im April durch Schließung von Lagern bevor. Die Betriebsräte hatten bis Montagabend Zeit, die vorläufige Entlassungsliste zu überprüfen und an das Schlecker-Personalbüro zu schicken.

Vorbereitungen für Auffanggesellschaften im vollen Gang

Weil die Zeit drängt, treibt der Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz die Gründung von Auffanggesellschaften voran. Am Wochenende hatte er zusammen mit der Gewerkschaft ver.di mehrere potenzielle Träger getroffen. Laut Franke sollen sie schon in dieser Woche die Arbeit aufnehmen. Sie sollen vorbereitende Gespräche führen und ein Profil der zu betreuenden Mitarbeiter erstellen. Dabei treffen sich erst am Donnerstag die Bundesländer, um die Aufteilung der Finanzierung zu besprechen.

Am Montag hatte es eine grundsätzliche Einigung zwischen Bund und Ländern gegeben. Demnach sollen die Länder voll bürgen, der Bund hält sich finanziell raus. Die bundeseigene Förderbank KfW stellt jedoch den Kredit zur Verfügung. Als wahrscheinlichster Weg gilt nun, dass die Länder sich dem jeweiligen Anteil der Schlecker-Filialen entsprechend beteiligen. Allerdings sagte beispielsweise die rheinland-pfälzische Arbeitsministerin Malu Dreyer (SPD) bereits, dass noch viele Detailfragen zu klären seien.

Franke zufolge müssten die Vorbereitungen dennoch schon anlaufen. "Zeitlich geht es nicht anders", sagte er. Der Insolvenzverwalter habe deswegen Geld für die vorbereitenden Maßnahmen zur Verfügung gestellt. Insgesamt seien 15 Regionen deutschlandweit bestimmt worden, in denen Auffanggesellschaften geschaffen werden sollen. In Baden-Württemberg sollen beispielsweise die Träger Quali Plus und PEAG die Betreuung der Mitarbeiter übernehmen.

(dapd )


 


 

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