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Vorsorge

Auszahlung der Riester-Rente:

Rentner unerwünscht

Riester-Kunden, denen das Angebot ihres eigenen Anbieters für die Rentenphase nicht passt, haben zurzeit ein Riesenproblem. Wenn sie wechseln wollen, finden sie kaum einen Versicherer, der ihr Erspartes in eine Rente umwandelt. Obwohl der Gesetzgeber ausdrücklich vorsieht, dass Sparer ihren Riester-Vertrag zum Beginn der Auszahlungsphase kündigen können, um das gebildete Kapital auf einen anderen Riester-Anbieter zu übertragen, funktioniert der Wettbewerb nicht. Das stellt die Zeitschrift Finanztest in ihrer April-Ausgabe fest. Dabei ist eine Wechselchance grundsätzlich sinnvoll: Ein Anbieter, der in der Ansparphase stark war, kann in der Auszahlphase schlechte Konditionen haben.

Nur 2 von 44 Anbietern von klassischen Riester-Rentenversicherungen ermöglichen einen kurzfristigen Wechsel zum Beginn der Rentenphase. Im Gegensatz zu allen anderen setzen diese Versicherer keine Höchstaltersgrenze, bis zu der sie Kunden annehmen. Sie verzichten auch auf eine Mindestansparzeit. Das ist ein weiterer Kniff, mit dem sich Versicherer unliebsame Riester-Kunden vom Hals halten.

Den Hauptgrund für die Unlust der Versicherer, späte Riester-Wechsler aufzunehmen sieht Finanztest darin, dass sie an diesen Kunden nicht viel verdienen können. Denn sie müssen ihnen den vollen Übertragungswert garantieren. Und sie können bei einer direkten Verrentung keine Abschlussprovision mehr abziehen. Ein weiterer Grund für den Unwillen: Viele Versicherer haben noch kein automatisches System, um schnell und einfach Angebote für die Anzahlphase zu errechnen. Die manuelle Erstellung kostet Zeit und Geld.

Der ausführliche Test Auszahlung der Riester-Rente erscheint in der April-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest (ab 18.03.2015 am Kiosk) und ist bereits unter www.test.de/thema/riester-rente abrufbar.

(Redaktion)


 


 

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1 Kommentar

von Mark
18.03.15 14:53 Uhr
Und was folgt nun daraus..?

Herr Kleinlein, immerhin kein Geringerer als der Vorstand vom Bund der Versicherten, kommentiert den Bericht von Finantest wie folgt:
"Ein so unflexibles Produkt sowohl in der Anspar- als auch in der Rentenbezugszeit hat den Sinn und die Berechtigung einer staatlich geförderten Altersvorsorge verloren“

Herr Kleinlein, sind Sie sicher, dass Sie mit Ihrer Aussage die RiesterRente gemeint haben?

Wie vernichtend muss dann erst Ihr Urteil über die Gesetzliche Rentenversicherung (GRV) ausfallen:

- In die GRV muss jeder Angestellte einen vorgegebenen Betrag einzahlen, ob er will oder nicht und egal ob er mehr oder weniger zahlen möchte.
- Es sind weder Auszahlungen bis zu 30% möglich (Förderungsunschädlich), noch könnte man sich die insgesamt eingezahlten Beträge zu Rentenbeginn als eine Summe auszahlen lassen (Förderschädlich).
- Eine Rentengarantiezeit gibt es nur bei einem vorhandenen Ehegatten und die Rente wird auch nur in Höhe einer "Hinterbliebenenrente" gezahlt..
- Und nicht zu vergessen, die "Kostenbelastung" innerhalb der GRV ist so hoch, dass sogar ein deutsches Gericht festgestellt hat, dass der Einzelne keinen Anspruch darauf hat, zumindest die eingezahlten Beiträge zurück zu bekommen.

Wieso wird so ein unflexibles Produkt wie die Gesetzliche Rentenversicherung auch noch durch die steuerliche Absetzbarkeit staatlich gefördert..?

Antwort: Weil die Altersvorsorge als monatliche Rentenzahlungen überlebenswichtig für die Menschen ist, Herr Kleinlein. Vielleicht nicht für Sie, aber für fast alle Anderen!

Ist Ihnen überhaupt bewusst, welches Signal Sie mit solchen "qualifizierten" Aussagen aussenden? Bei den Menschen kommt nämlich folgende Botschaft an: Altersvorsorge lohnt sich eh nicht. Damit sind SIE mit verantwortlich für die Altersarmut derjenigen Menschen, die auf Ihre Worte hören. Oder sind Sie der Meinung, die Rente aus der GRV reicht aus, um im Alter sorgenfrei zu leben..?

Ich fordere Sie als Vorstand eine Vereines mit mehr als 50.000 Mitglieder auf, zukünftig Ihre ggf. vorhandene Kritik an Finanz- und Versicherungsprodukten verantwortungsvoller zu formulieren. Dies zum Beispiel indem Sie in Ihren Pressemitteilungen auf die grundsätzliche Notwendigkeit der privaten Altersvorsorge hinwiesen.

 

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