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Wandel im Unternehmen

Digitale Transformation beginnt und endet mit den Menschen

Landauf, landab ist die gebetsmühlenartige Forderung nach der digitalen Transformation zu hören. Der deutsche Mittelstand verschlafe sie und wird unweigerlich branchenübergreifend gegenüber den internationalen Wettbewerbern zurückfallen. So heißt es jedenfalls. Doch das gilt nicht für den gesamten Mittelstand in Deutschland. Das beweist das Buch „Digitalisieren mit Hirn“ genauso eindrucksvoll, wie es seinen Lesen auch verrät, woran viele Transformationsprozesse scheitern. Und es zeigt, dass nur die Unternehmen auf dem Weg erfolgreich sein werden, die den Mitarbeiter in das Zentrum ihres Handelns stellen.

Transformation krempelt Unternehmen um

Für viele Firmen sind Transformation und Digitalisierung die weitreichendsten Veränderungen in ihrer Firmengeschichte. Tradierte Geschäftsmodelle, Wertvorstellungen und Strukturen werden radikal infrage gestellt. Und aus Sicht der Mitarbeiter kann sich das schnell nach einer Revolution und weniger nach einem geordneten Übergangsprozess anfühlen. Was können Führungskräfte, Manager und Inhaber von Unternehmen lernen, die den Wandel bereits geschafft haben, oder aber bereits auf dem Weg weit fortgeschritten sind? Das wollen die beiden Autoren Henrik Kehren und Sebastian Purps-Pardigol wissen. Beides erfahrene Unternehmer und Experten in Sachen Digitalisierung. Und wie lässt sich das anders als durch Gespräche herausfinden? 30 Firmen haben die Verfasser für ihr Buch analysiert und mehr als 150 Interviews geführt, bis sie ihre 12 Musterbeispiele zusammen hatten.

Digitalisierung und Change quer durch alle Branchen

Und diese Beispiele bilden einen faszinierenden Querschnitt durch die Wirtschaft. Das Spektrum reicht hier vom für seine Heizungstechnik bekanntem Hersteller Viessmann, über die BSH, deren Geräte in vielen Haushalten stehen, bis zu Beispielen aus dem Verlagswesen oder der Erfolgsgeschichte des Tolino, der sich erfolgreich gegen Amazons Kindle behauptet.

Es geht den Autoren aber nicht einfach darum, ein spannendes Kapitel aktueller Wirtschaftsgeschichte nachzuerzählen. Sie arbeiten in ihrem Text und den Hintergrundgesprächen vor allen Dingen einen Aspekt heraus. Ohne die Menschen geht es nicht. Und das berüchtigte „wir müssen die Mitarbeiter auf dem Weg mitnehmen“ wird greifbar und verständlich. Denn Menschen brauchen ein Warum und Wofür, um ihre Energie in den Wandel zu stecken, aber wollen auch für ihre Arbeit gewürdigt werden.

Der digitale Wandel funktioniert aber auch nicht, ohne eine klare Fokussierung auf die Veränderung und die sich (neu) bietenden Chancen. Das gilt für das Unternehmen in seiner Gesamtheit, aber auch für jeden einzelnen Mitarbeiter. Und wie man diese erreicht, verrät das optimistisch stimmende Buch. Für den eiligen Leser haben die Autoren stets auch eine kurze Essenz eines jeden Kapitels zusammengestellt. Nur diese Zusammenfassungen zu lesen, wäre aber schade. Denn damit entginge dem Leser ein flott geschriebenes und verständliches Buch, das viele Impulse bietet und zum Nachdenken anregt.

Management-Journal-Fazit: „Digitalisieren mit Hirn“ ist nicht nur ein faszinierendes Kaleidoskop einer sich transformierenden Wirtschaft, sondern ein Impulsgeber und Anreger für alle, die sich beruflich mit der Transformation beschäftigen wollen.

Das Buch: Sebastian Purps-Pardigol/Henrik Kehren, „Digitalisieren mit Hirn“, Campus Verlag, ISBN 3593508427

(Stephan Lamprecht / www.management-journal.de)


 


 

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