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Wattenmeer-Schutzgebiet

IHK Nord lehnt Ausdehnung auf Fahrrinnen und Hafenzufahrten kategorisch ab

Vom 17. bis 19. März treffen sich auf Sylt die Umweltminister Deutschlands, Dänemarks und der Niederlande zur 11. trilateralen Wattenmeer-Konferenz. Ein erster Entwurf der gemeinsamen Ministererklärung sah vor, die Schutzgebiete erheblich auszudehnen. Betroffen wären davon sowohl die Fahrrinnen als auch die Hafenzufahrten in der Nordsee. Den Vorstoß lehnt die IHK Nord, der Zusammenschluss der 13 norddeutschen Industrie- und Handelskammern, deshalb kategorisch ab.

Otto Lamotte, Vorsitzender der IHK Nord und Präses der Handelskammer Bremen, sagte: „Die von den Niederlanden vorgeschlagene Erweiterung des Wattenmeer-Schutzgebietes können wir nicht nachvollziehen.“ Schon jetzt gebe es im internationalen Vergleich sehr hohe Standards, welche die Meeresumwelt der Nordsee nachhaltig schützen: So würden zum einen die allgemeinen Sicherheitsvorschriften für Seeschiffe, zum anderen auch die besonders strengen Umweltvorschriften der Internationalen Schifffahrtsorganisation (IMO) für die Nord- und Ostsee gelten, sagt er.

Das Wattenmeer erhielt im Jahr 2002 auf gemeinsamen Vorschlag Dänemarks, Deutschlands sowie der Niederlande den Status als „Particularly Sensitive Sea Area“ (PSSA). Bei den PSSA-Gebieten handelt es sich um Meeresgebiete, die aufgrund ihrer ökologischen, sozioökonomischen oder wissenschaftlichen Bedeutung besonderen Schutz erfordern. Sie müssen zudem empfindlich gegenüber Auswirkungen durch die internationale Seeschifffahrt sein, um als schutzwürdige Gebiete von der IMO anerkannt zu werden. 

IHK Nord: Hafen Rotterdam nicht Schutzgebiet

Nach Ansicht der IHK Nord würde eine weitere Ausdehnung des PSSA-Wattenmeeres den Schiffsverkehr erheblich erschweren. Es müssten neue oder geänderte Schifffahrtsrouten in der Nordsee eingerichtet werden. Seeschiffe, die deutsche Häfen anlaufen, hätten zusätzlich Umwege zu fahren und erweiterte Lotsenpflichten in Kauf zu nehmen. Bei der IHk Nord befürchtet man daher, dass sich die Anlaufkosten für die deutschen Nordseehäfen erheblich verteuern könnten. Ohne hinreichende Gründe sei diese Maßnahme aus Sicht der IHK Nord daher nicht akzeptabel.

Die jetzt geplante Ausdehnung des Wattenmeer-Schutzgebietes würde nach IHK-Angaben zudem vor allem die deutschen Nordseehäfen benachteiligen – der größte niederländische Hafen Rotterdam liege dagegen nicht innerhalb der PSSA-Schutzzone. „Den deutschen Seehäfen würden damit erhebliche Wettbewerbsnachteile entstehen. Wir fordern Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) nachdrücklich dazu auf, solche Gedankenspiele von niederländischer Seite deutlich zurückzuweisen“, sagte der IHK Nord-Vorsitzende Otto Lamotte.

(Redaktion)


 


 

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