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Naturschützer warnen

Unesco -Titel "Weltnaturerbe" spült auch Probleme ins Wattenmeer

Vor fast zwei Jahren erhielt das Wattenmeer den Unesco-Titel "Weltnaturerbe" - doch Naturschützer schlagen Alarm. Trotz des Prädikats sei das Wattenmeer weiterhin stark gefährdet, sagten Vertreter vom Umweltverband Bund und vom "Wattenrat", einem Zusammenschluss von Naturschützern aus der Küstenregion Ost-Frieslands, gegenüber dem NDR Magazin "Menschen und Schlagzeilen".

Paradoxerweise locke gerade der Titel "Weltnaturerbe" mehr Touristen an. Gleichzeitig fehle allerdings das Personal, um für die Einhaltung der Regeln im Naturschutzgebiet zu sorgen.

Gerade einmal sechs Nationalparkwächter

Gerade einmal sechs Nationalparkwärter sind etwa im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer im Einsatz. Damit sei dies der beinahe größte Nationalpark in Deutschland mit der dünnsten Personaldecke, so Uilke van der Meer vom BUND zu "Menschen und Schlagzeilen". Angesichts der Masse an Besuchern sei das ein entscheidendes Problem: "Wir kommen dieses Jahr vielleicht auf 40 Millionen Übernachtungen, aber in der Fläche selbst - auf 354 000 Hektar im Grunde genommen - haben wir keine Leute, die das Gebiet beschützen sollen."

So würden zum Beispiel trotz Verbotsschildern Schutzzonen betreten, Hunde freigelassen und dadurch Vögel beim Brüten gestört, so Manfred Knake vom Wattenrat. Er warnt vor einem "rechtsfreien Raum im Nationalpark".

Wattenmeer erhält 2 Mio.

Hinzu kommt, dass die Fördergelder für die Welterbestätten nach Recherchen von "Menschen und Schlagzeilen" sehr ungleich verteilt sind. Von den 220 Millionen Euro, die das Bundesministerium für Bau und Verkehr bis 2014 in die Erbstätten in Deutschland investiert, geht der größte Teil an Weltkulturstätten. Lediglich zwei Millionen Euro sind für das Naturerbe Wattenmeer vorgesehen. Diese Summe wiederum fließt vor allem in bauliche Maßnahmen. Es müsse allerdings dringend das Personal aufgestockt werden, kritisieren die Naturschützer vom BUND und vom Wattenrat.

Der Niedersächsische Nationalparkleiter Peter Südbeck rechnet nicht mit mehr Geld für Personal im Watt. Er teilt im Interview mit, man setze auf ehrenamtliche Mitarbeiter und das Verständnis der Touristen. Auch das für die Welterbestätten zuständige Bundesbauministerium stellt keine Veränderung der Förderpraxis in Aussicht. Staatssekretär Jan Mücke gibt zu bedenken, dass der größte Teil der Welterbestätten in Deutschland Baudenkmäler seien und die müssten eben auch gefördert werden.

(Redaktion / ots)


 


 

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