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  • 02.05.2009, 11:30 Uhr
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  • Hannover/Herzogenaurach
Continental

Weitere Werksschließungen?

Nach der Ankündigung, dass die Reifenwerke in Clairox Frankreich und in Hannover-Stöcken sowie drei weitere Werke in Europa stillgelegt werden sollen, droht den Conti-Beschäftigten nun weiteres Ungemach: das Management plant offenbar weitere Werksschließungen und einen noch größeren Personalabbau, als bislang bekannt, so die Gewerkschaft IG Metall. Conti hatte aufgrund der andauernden Wirtschaftskrise im ersten Quartal 2009 rote Zahlen geschrieben.

Conti-Vorstandschef Dr. Karl-Thomas Neumann hat demzufolge bei der Vorlage der Ergebnisse für das erste Quartal 2009 weitere Werksschließungen angekündigt. Zitiert wird Neumann mit den Worten: "Unser Haus ist zu groß. Wir sehen Schritt für Schritt an, was wir machen müssen, ob das nun dieses Jahr passiert oder nächstes […] Wir müssen unsere Kosten noch mehr drücken, um auf die Krise zu reagieren. Wir haben keine konkreten Pläne, der Prozess läuft aber." Die Planungen der Konzernlenker münden nach IG-Metall-Angaben in das größte jemals bei Continental durchgeführte Kostensenkungsprogramm.

Conti: Verluste wegen Krise

Der Umsatz des Hannoveraner Konzerns sank wegen der Krise in der Automobilindustrie vor allem in Nordamerika, Westeuropa und Japan um ganze 35,2 Prozent auf 4,3 Milliarden Euro. Während das Autozulieferer-Geschäft rote Zahlen schrieb, wies die Reifensparte einen Gewinn aus. Vor Zinsen und Steuern verzeichnete Conti in den ersten drei Monaten einen Verlust von 165 Millionen Euro nach einem Plus von 456,7 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Unterm Strich – also einschließlich der Zinszahlungen – machte Conti einen Verlust von rund 262 Millionen Euro.

Hauptziel: Schulden reduzieren

Nach Angaben von Neumann habe Continetals umfangreiches Kostensenkungsprogramm dem Unternehmen schon geholfen: Conti habe dadurch mittlerweile mehrere hundert Millionen Euro an Kosten einsparen können. Das Unternehmen rechnet mit einer leichten Markterholung ab dem zweiten Quartal. "Wir erwarten, dass wir im zweiten Quartal im Vergleich zum sehr schwachen ersten Quartal eine deutlich verbesserte Umsatzsituation haben werden und damit auch unsere Ergebnissituation verbessern können." 2009 werde aber ein "schlechtes Jahr". Das Hauptziel sei, die Schulden zu reduzieren. 

"Die entscheidende Frage ist, wie können wir die Conti optimal für die Zukunft positionieren, für sich und in Zusammenarbeit mit Schaeffler."          (Conti-Vorstandschef Dr. Karl-Thomas Neuman) 

Gewerkschafts-Kritik an Neumanns Motivationsrede 

Zur Zukunft von Conti und Schaeffler sagte Neumann: "Die entscheidende Frage ist, wie können wir die Conti optimal für die Zukunft positionieren, für sich und in Zusammenarbeit mit Schaeffler. Das Ziel muss ein überzeugend aufgestelltes Unternehmen sein, das gut durch die Krise durchkommt und das vernünftig finanziert ist." Neumann erklärte, Conti habe den Mitarbeitern viel zugemutet, etwa durch Kurzarbeit und Gehaltsverzicht. Aufgrund der neu in den Raum gestellten  Schließungspläne erntete allerdings Neumanns folgende auf die Mitarbeiter bezogene Ausführung ernste Kritik von der Gewerkschaft IG Metall. Sie lautete: "Wir müssen sie motivieren und ihnen sagen, wie die Zukunft aussieht."

(Redaktion)


 

 

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