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Weltgrößtes Containerschiff

Gigant konnte nur mit Flutwelle die Elbe hinaufschwimmen

Das größte Containerschiff der Welt hat am frühen Mittwochmorgen zum ersten Mal einen deutschen Hafen erreicht. Die "CMA CGM Marco Polo" machte sicher in Hamburg fest, wie die zuständige Behörde des Hafens mitteilte. Mit 396 Metern Länge und 54 Metern Breite ist der Koloss größer als ein Flugzeugträger der US-Marine.

Von Claus-Peter Tiemann

Der Anlauf galt als seemännische Herausforderung, weil Besatzung und Helfer an Land nur wenig Zeit während der Scheitelwelle der Flut hatten, um den Giganten auf der Elbe zu drehen und an einen geschützten Liegeplatz am sogenannten Burchardkai zu bugsieren.

Auf den Frachter passen 16.020 Standardcontainer. Bei seiner Ankunft wird das Schiff aber nicht voll beladen sein, da es sonst in der zu flachen Elbe steckenbliebe. Die "Marco Polo" bleibt anderthalb Tage in Hamburg und wird nach Schätzungen 4.000 Container aus- und aufladen.

Damit Schiffe dieser Größe voll beladen nach Hamburg kommen können, müsste die Elbe vertieft werden. Aber die von Bund und Land geplante Elbvertiefung ist umstritten. Das Gewässer fließt durch Niedersachsen.

Bundesverwaltungsgericht blockiert Elbvertiefung vorerst

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig gab jüngst einem Eilantrag von Umweltschützern gegen das Vorhaben statt. Seitdem ist das 400 Millionen Euro teure Projekt vorerst gestoppt. Die Umweltschützer befürchten unter anderem höhere Sturmfluten. Hafenwirtschaft und Reeder sehen wegen der Entscheidung den größten deutschen Hafen auf lange Sicht von der Schiffsentwicklung abgekoppelt.

Denn die Containerschiffe werden immer größer: Je größer das Schiff, umso niedriger sind die Transportkosten pro Container. Denn Kostentreiber wie Spritverbrauch oder Besatzung wachsen langsamer als die Schiffsgröße. Die "Marco Polo" wird deshalb nicht lange das größte Containerschiff der Welt bleiben, die Reeder schließen selbst Frachter mit 20.000 Containern nicht mehr aus.

Die Giganten pendeln meist zwischen Europa und China und schaffen vor allem Konsumartikel aus Asien nach Europa. In umgekehrter Richtung gibt es deutlich weniger Fracht, etwa Maschinen, Autos und Ersatzteile.

Die Ansteuerung von Hamburg mit dem Giganten der französischen Reederei ist eine besondere Herausforderung: Das Schiff muss mit Schleppern auf knappem Raum gedreht und in ein enges Hafenbecken gezogen werden. Die Helfer haben nur wenig Zeit, ehe das Wasser wieder Richtung Nordsee abläuft und dann die "Marco Polo" gegen die Böschung drücken könnte.

(dapd)


 


 

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