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Bremen

Investor von Weser Tower kündigt Hochtief wegen Bauverzug

Bereits im Jahr 2009 sollte der neue Bremer Weser Tower in der Überseestadt an den Oldenburger Energieversorger EWE übergeben werden. Doch noch immer ziehen sich die Bauarbeiten hin. Ein genauer Fertigstellungstermin ist weiterhin unklar. Nun platzte dem Investor Siedentopf der Kragen: Der Vertrag mit Generalunternehmer Hochtief wurde am Freitag aufgekündigt.

Siedentopf begründet die Entscheidung damit, dass Hochtief den vertraglich vereinbarten Fertigstellungstermin des von Stararchitekt Helmut Jahn (u.a. Sony Center) entworfenen Baus deutlich überzogen habe. Auch ein endgültiger Termin habe mit dem Essener Baukonzern nicht vereinbart werden können. 

Siedentopf: Lieferverzögerungen Ursache

Investor Siedentopf führt die Verzögerungen bei der Übergabe im Wesentlichen auf die Lieferzeiten von Komponenten der haustechnischen Anlagen zurück, die Hochtief vertragswidrig nicht bestellt habe. Obwohl bei einem komplexen Vorhaben wie dem Weser Tower mindestens Bestellungen im fünfstelligen Bereich anfallen, kann eine Lieferverzögerung bei entscheidenden Anlagen wie der Haustechnik den gesamten Fertigstellungstermin verzögern.

Künftige Mieter sitzen auf gepackten Koffern

Womöglich hat Generalunternehmer Hochtief seine Kapazitäten bereits selbst auf anderen Baustellen verplant und wurde von der Bauverzögerung selbst überrascht. So ließe sich auch der Umstand erklären, dass sich die Essener gegenüber dem Investor nicht in der Lage sehen, einen genauen Fertigstellungstermin zu nennen. Das wiederum dürfte der Oldenburger EWE AG nicht schmecken. Dort hatte man den Großumzug in den Weser Tower zuvor generalstabsmäßig vorbereitet und sitzt an mehreren Standorten regelrecht auf gepackten Koffern. Auch die mit dem Umzug beauftragten Speditionsunternehmen hatten sich mit ihren Kapazitäten auf die "Sternfahrt" zum Weser Tower eingestellt. Bisher warten auch sie vergeblich. Nun die Trennung von Hochtief.

Bau soll zusammen mit ECE zügig fertigestellt werden

Nach der Trennung von Hochtief will Siedentopf nun in Zusammenarbeit mit dem Generalplaner ECE aus Hamburg die Koordination der restlichen Bauarbeiten selbst in die Hand nehmen. Siedentopf strebt einen frühestmöglichen Einzugstermin für die Oldenburger EWE AG an. Auch dort soll es nach Informationen von Business-on.de zu Irritationen über den Verzug an der "ewigen Baustelle" gekommen sein.

Immerhin hat man sich inzwischen festgelegt, wer in den Weser Tower einziehen soll: nachdem EWE zunächst den gesamten Turm übernehmen sollte, ruderte man beim Investor Siedentopf bald zurück und erklärte kurz darauf, dass der Energieversorger lediglich die Hälfte des Towers übernehmen wolle. Rein für Tochterunternehmen. Nun ist es wieder der ganze Turm mit EWE als alleinigem Mieter. Spätestens im April 2010 sollen sämtliche Arbeiten abgeschlossen sein, hofft Siedentopf. Dann könnte die Sternfahrt der Umzugsunternehmen in die Bremer Überseestadt endlich beginnen.

(Onur Yamac)


 


 

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