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WestLB will sich bis zum Jahresende von 1.500 Mitarbeitern trennen

Die vor der Zerschlagung stehende WestLB will sich noch in diesem Jahr von 1.500 ihrer knapp 4.200 Beschäftigten trennen. Vorstandschef Dietrich Voigtländer sagte am Mittwoch bei der Präsentation der Konzernbilanz: "Vor uns steht leider ein sehr starker Personalabbau." Nur der kleinere Teil der WestLB-Mitarbeiter werde auf Dauer bei den Nachfolgeinstituten der einst größten deutschen Landesbank einen sicheren Arbeitsplatz finden.

Von Erich Reimann

Zuvor hatte der Manager auch für das letzte volle Geschäftsjahr der Bank rote Zahlen verkünden müssen. Für 2011 wies die Bank wegen hoher Belastungen durch den Personalabbau und Verluste durch Griechenland-Anleihen unter dem Strich einen Verlust von 48 Millionen Euro aus.

Die WestLB muss auf Druck der EU bis Ende Juni ihr Neugeschäft einstellen und soll dann zerschlagen werden. Rund 400 der 1.500 aktuell Betroffenen sollen dabei zusammen mit dem Sparkassengeschäft der WestLB und dem mittelständischen Firmenkundengeschäft zur Landesbank Hessen Thüringen (Helaba) wechseln.

Doch für viele andere Mitarbeiter sieht es eher schlecht aus. Denn Hoffnungen der Bank, Teile des eigenen Geschäfts wie den Immobilienfinanzierer Westimmo oder das Privatkundengeschäft an andere Banken zu verkaufen und so weitere Arbeitsplätze zu retten, haben sich bislang nicht erfüllt.

Voigtländer betonte, die Chancen, dass es noch zu größeren Verkäufen kommen werde, seien inzwischen "eher gering". Lediglich für kleinere Aktivitäten wie die Auslandstöchter in Brasilien und Moskau gebe es noch vielversprechende Verhandlungen.

244 Millionen Euro Verlust durch Griechenland-Anleihen

Der restliche Stellenabbau in diesem Jahr soll deshalb vor allem durch freiwillige Aufhebungsvereinbarungen erfolgen. Betriebsbedingte Kündigungen bei der Bank sind laut Tarifvertrag bis zum Jahresende ausgeschlossen. Danach seine sie aber als "Ultima Ratio" eine Option, sagte Voigtländer.

Die EU hatte das Ende der WestLB erzwungen, weil die Bank in der Finanzkrise nur mit Milliardenhilfen der öffentlichen Hand vor der Pleite gerettet werden konnte. Alle Aktivitäten, die bis Ende Juni nicht verkauft werden können, müssen nach den Auflagen der EU in die " Bad Bank " der WestLB überführt werden. Sie wickelt heute schon die Schrottpapiere der Bank ab.

Die meisten der verbliebenen Beschäftigten der Bank dürften sich dann in einer Servicegesellschaft wiederfinden, die Dienstleistungen wie Portfoliomanagement für die Bad Bank und andere Geldinstitute anbieten soll. Sie soll ab Juli unter dem Namen Portigon ihre Dienste international vermarkten.

Allerdings ist dies für die meisten betroffenen WestLB-Mitarbeiter wohl nur eine Beschäftigung auf Zeit. Denn bis 2016 soll auch die Beschäftigtenzahl von Portigon auf maximal 1.000 reduziert werden.

Das letzte vollständige Geschäftsjahr der Bank endete wie viele zuvor mit roten Zahlen. Allein die Sonderbelastungen aus der laufenden Restrukturierung der Bank summierten sich den Angaben zufolge auf 440 Millionen Euro. Hinzu kamen auch noch Verluste in Höhe von 244 Millionen Euro durch griechische Anleihen aus dem Bestand der Westimmo.

(dapd )


 


 

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