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Spitzencluster Wettbewerb

Schavan kündigt auf Clusterkonferenz dritte Förderrunde an

Nachdem das Windenergie-Cluster "Germanwind" aus dem Nordwesten in der letzten Runde des Spitzencluster-Wettbewerbs leer ausging, könnte sich doch noch eine neue Chance auftun. Wissenschaftsministerin Annette Schavan (CDU) kündigte nun eine dritte Runde an.

Seit Donnerstag findet in Berlin mit über 400 Teilnehmern die "Clusterkonferenz 2010" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) statt. Zentrales Thema ist dabei nach BMBF-Angaben der Spitzencluster-Wettbewerb. "Cluster helfen uns dabei, aus neuen Ideen der Forschung Produkte für die Zukunft zu machen. Mit dem Spitzencluster-Wettbewerb haben wir ein Instrument ins Leben gerufen, um solche leitungsfähigen Partnerschaften aus Wissenschaft, Wirtschaft und weiteren Akteuren einer Region ausfindig zu machen und sie als Zentren für das Wachstum von morgen zu fördern," sagte Schavan. In den bisher zwei Förderrunden wurden an insgesamt 10 ausgewählte Spitzencluster jeweils bis zu 40 Mio. Euro Fördergelder ausgeschüttet.

Großteil der Förderung nach Süddeutschland

Bei der vergangenen zweiten Runde hatte sich auch das Nordwest-Cluster "Germanwind" gute Chancen ausgerechnet. In ihm hatten sich über 150 Unternehmen und Einrichtungen aus Wissenschaft und Forschung aus dem Nordwesten zusammengeschlossen. Doch vergeblich: die Jury entschied anders. Danach beklagten auch Politiker aus dem Nordwesten, dass ein Großteil der Fördergelder an Träger in Bayern und Baden-Württemberg geflossen sei. Gemeinsamkeit aller Gewinner-Cluster: sie befinden sich in CDU-CSU/FDP regierten Bundesländern.

Auch die Jury des Wettbewerbs war nach Recherechen von Business-on.de nicht so unabhängig besetzt, wie vom BMBF behauptet: so sitzt ein Jury-Mitglied in dem Dreier-Gremium eines süddeutschen Unternehmens, welches in der Nordsee einen Windpark mit einer Gesamtleistung von 400 MW errichten will und ist zugleich Vorstandsvorsitzender eines Technik-Zulieferers für eben jenen Offshore-Windpark. Insgesamt umfasste die Jury 12 Mitglieder.

Zwar dürfte auch für Außenstehende nicht von der Hand zu weisen sein, dass eine wirtschaftliche Interessenvermengung einzelner Jury-Mitglieder bei einem so breit aufgestellten Wettbewerb nicht immer ganz ausgeschlossen werden kann, jedoch rückt dies umso mehr die Verfahrensweise bei den Abstimmungen in den Mittelpunkt. Doch auch hier Fehlanzeige: die Abstimmungsergebnisse der Jury sind nach Recherchen von Business-on.de auch in anonymisierter Form für Dritte nicht einsehbar. So bleibt unklar, ob sich einzelne Mitglieder der Jury bei den Abstimmungsrunden enthalten haben.

Neue Chance für Germanwind

Schavan kündigte derweil am Donnerstag in Berlin an, dass der Bund Ende des Jahres eine dritte Runde des Wettbewerbs starten wolle. Für die Verantwortlichen bei Germanwind eröffnet dies eine neue Förder-Chance im Spitzencluster-Wettbewerb. Sie hatten bereits nach der letzten Jury-Entscheidung bekräftigt, die Zusammenarbeit der beteiligten Akteure aus dem Nordwesten im Cluster fortsetzen zu wollen.

(Redaktion)


 


 

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