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Spitzencluster-Wettbewerb

Engagement von "Germanwind" nicht von Jury honoriert

Das Thema war wichtig, der Wille vorhanden und die Kompetenz - und auch einen klassischen Fehler hatte man nicht gemacht: die Öffentlichkeitsarbeit stimmte. Dennoch: Die Jury des Bundesforschungsministeriums (BMBF) entschied anders. Am Ende gab Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) in Berlin die fünf Sieger des Spitzencluster-Wettbewerbs bekannt. Das Windenergie-Cluster "Germanwind" war nicht mit dabei.

Mit Bedauern reagierten Vertreter des Windenergie-Spitzenclusters "Germanwind"  auf die Entscheidung. Man hatte am Dienstagnachmittag eigens zu einer Pressekonferenz in das Bremer Haus der Wissenschaft geladen. Für Resignation sei kein Platz, hieß es von Nils Schnorrenberger. Er ist Vorstandsvorsitzender der Windenergie-Agentur Bremerhaven/Bremen e.V. (WAB), die die Clusteraktivitäten und die Bewerbung für das aus rund 150 Unternehmen, Institutionen und Forschungseinrichtungen bestehende Netzwerk koordiniert hat. „Die Akteure werden jetzt alles tun, um die Umsetzung der Forschungs- und Entwicklungsvorhaben zu unterstützen und neue Wege der Finanzierung zu finden", stellte er heraus.

Trotz Jury-Entscheidung: Nordwesten führend

Auch Knud Rehfeldt, der als Vorstand der Stiftung Offshore-Windenergie maßgeblich an der Bewerbung des Windenergie-Clusters beteiligt war, äußerte sein Bedauern, dass es nicht gelungen sei, der Jury die "hervorragende Kompetenz der Nordwestregion im Bereich der Windenergietechnologie" ausreichend zu vermitteln. Nach seinen Angaben hat die Nordwest-Region bereits heute einen erheblichen Wissensvorsprung im Bereich der Windenergie.

Hintergrund sind hierbei die im Nordwesten ansässigen Windanlagenbauer und Zulieferer sowie die Erfahrungswerte durch Offshore-Windkraftanlagen. Bei den aktuellen Windparks wie "Alpha Ventus" hatte man aufgrund der schwierigen Nordsee-Verhältnisse und Auflagen zwar sehr viel Lehrgeld bezahlen müssen, ist dafür aber um ein Vielfaches schlauer als zuvor. Zumindest bei der Errichtung und beim Betrieb.

Da die Auflagen für Offshore-Windparks in Deutschland hoch sind und die rund 100 Kilometer vor der Küste stehen müssen, sind die Anforderunge umso höher. Genauso wie die Kosten für ihre Errichtung der Milliardenprojekte. Auch die Anbindung der Windräder an das Festland ist ein Thema für sich.Ungeklärt ist hingegen, ob die Anlagen so lange wie geplant auf hoher See Wind und Wetter standhalten. Das wird die Zeit zeigen. Und dabei wird das Wissensschatz der beteiligten Unternehmen wachsen. 

Rehfeldt: Bedeutung der Windenergie deutlicher geworden

Germanwind-Mann Rehfeldt wertete es am Dienstag immerhin als positiv, dass die Bedeutung der Windenergie im Nordwesten durch die Beteiligung am Spitzencluster-Wettbewerb "erheblich sichtbarer geworden“ sei. „Dies wird zu weiterem Rückhalt der Branche in der Region führen, was eine Grundlage für die weitere Entwicklung darstellt," sagte er weiter.

Auch ohne die Unterstützung durch das Bundesforschungsministerium will man nun versuchen, an anderer Stelle Unterstützung zu bekommen. Details wurden hierzu nicht bekannt Nils Schnorrenberger und Knud Rehfeldt betonten am Dienstag, dass der Weltmarkt der Windenergienutzung auch weiterhin im zweistelligen Prozentbereich wachsen werde. In der Region sei man deshalb gut beraten, die bisherige Arbeit fortzusetzen.

BMBF fördert derzeit 23 Spitzencluster

Folgende Spitzencluster konnten sich im aktuellen Wettbewerb des Bundesforschungsministeriums durchsetzen:

  • "Software-Cluster", Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland
  • "Münchner Biotech Cluster - m4", Bayern
  • "Medical Valley Europäische Metropolregion Nürnberg", Bayern
  • "MicroTEC Südwest", Baden-Württemberg
  • "EffizienzCluster LogistikRuhr", Nordrhein-Westfalen, Hessen

Sie können anteilig mit einer Förderung von insgesamt rund 200 Millionen Euro über einen Zeitraum von fünf Jahren rechnen. Mit den bereits 2008 gekürten Spitzenclustern der ersten Wettbewerbsrunde werden nun insgesamt zehn Cluster durch das BMBF gefördert. In der zweiten Runde hatten sich 23 Cluster beworben, Germanwind war mit ins Finale gerückt. Auch das Spitzencluster für den innovativen Verbundwerkstoff CFK mit Sitz in Stade konnte sich am Ende nicht durchsetzen.

Aktualisiert: 30.1.2009

(Onur Yamac)


 


 

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