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Umsätze gingen 2011 zurück

Schuhhändler leiden unter dem Wetter

Frust bei den Händlern, Jubel in der Industrie: Während der regnerische Sommer und der milde Winter die Einnahmen der Schuhhändler im vergangenen Jahr schrumpfen ließen, konnten sich die Hersteller erneut über zweistellige Wachstumsraten freuen.

Von Tonia Haag

Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Schuh- und Lederwarenindustrie (HDS), Manfred Junkert, sprach am Donnerstag in Düsseldorf von einem Plus von gut zwölf Prozent. Zugleich bremste er jedoch die Erwartungen für das laufende Jahr.

Eigentlich hatten die Händler darauf gehofft, ihr Umsatzniveau aus dem Vorjahr, in dem die Einnahmen um acht Prozent gestiegen waren, zumindest halten zu können. Doch daraus wurde nichts. Zwar seien die Einnahmen im ersten Halbjahr noch etwa auf dem Niveau von 2010 gewesen, danach sei jedoch ein Einbruch gekommen, sagte die Präsidentin des Bundesverbandes des Deutschen Schuheinzelhandels (BDSE), Brigitte Wischnewski. Dadurch habe die Branche das Jahr mit einem Umsatzminus von etwa zwei Prozent abgeschlossen. Das entsprach Einnahmen von 7,8 Milliarden Euro.

Als Grund nannte Wischnewski das Wetter. Weil ein richtiger Sommer ausblieb und der Winter sich erst 2012 von seiner kalten Seite zeigte, machten die Kunden 2011 um dünne Sommerschuhe und dicke Winterstiefel lieber einen Bogen. Bis heute seien die Lager voller als normalerweise zu dieser Zeit, obwohl die Händler im Schlussverkauf mit deutlichen Preisnachlässen lockten, sagte Wischnewski.

Deutlich besser lief es für die deutschen Schuhhersteller. Die Kapazitäten seien im ersten Halbjahr zu über 93 Prozent ausgelastet gewesen, sagte Junkert. Im Laufe des Jahres schwächte sich die Nachfrage jedoch ab, im Januar 2012 rutschte die Auslastungsquote auf 86 Prozent und damit deutlich unter die 90-Prozent-Marke.

Prognose für 2012 verhalten

Vor diesem Hintergrund geht HDS-Chef Junkert davon aus, dass sich die gute Entwicklung mit zweistelligen Wachstumsraten im laufenden Jahr nicht fortsetzen wird. Eine konkrete Erwartung nannte er jedoch nicht. Der Handel hofft nach Aussage seiner Präsidentin auf Wachstumsraten zwischen 1,5 und 3 Prozent.

Auf kräftige Preissteigerungen müssen sich Kunden deshalb aber wohl nicht einstellen. Im vergangenen Jahr seien die Verbraucherpreise um 1,3 Prozent erhöht worden, sagte Junkert. In diesem Bereich dürfte das Plus nach Einschätzung der BSDE-Präsidentin auch in diesem Jahr liegen - auf jeden Fall "weit unter" der allgemeinen Inflationsrate, wie Wischnewski sagte.

Dabei sollten die Händler aus ihrer Sicht verstärkt auf modische Schuhe setzen, die unabhängig vom Wetter gekauft werden können. Die aktuellsten Trends können sich Fachbesucher auf der Schuhmesse GDS in Düsseldorf ansehen. Dort präsentieren 860 Aussteller vom 14. bis 16. März ihre Mode für die kommende Herbst/Wintersaison. Laut GDS gehören zu den Trends tiefe Rottöne ebenso wie Cognac-Farben und viel Glitzer - auch für den Herrn.

(dapd )


 


 

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