Sie sind hier: Startseite Weser-Ems Business-News
Weitere Artikel
Kraftwerk Wilhelmshaven

Bauverzögerungen und Kostensteigerungen

Direkt neben dem bestehenden Steinkohlekraftwerk des Energieriesen E.on am Rüstersieler Groden in Wilhelmshaven lässt derzeit ein Investorenkonsortium um die Deutschland-Tochter der französischen GDF Suez und die BKW AG aus der Schweiz ein modernes Steinkohlekraftwerk errichten. Doch die BKW AG vermeldet Schwierigkeiten.

Von Onur Yamac

Auch wenn es kaum jemand weiß: Die BKW AG mit Sitz im schweizerischen Bern ist im Nordwesten ein alter Bekannter. Bereits beim letztlich aufgegebenen Steinkohle-Kraftwerksprojekt im emsländischen Dörpen war die BKW AG (24,9 Prozent der Anteile) als Minderheitsanteilseigner beteiligt (business-on.de berichtete). Mehrheitsgesellschafter war nach einem Gesellschafterwechsel bei der eigens für das Projekt gegründeten STKW Dörpen GmbH zuletzt der auch an der Oldenburger EWE AG beteiligte Energieriese EnBW (75,1Prozent).

Auch beim Kraftwerksprojekt in Wilhelmshaven tritt BKW  (33 Prozent der Anteile) als Minderheitsgesellschafter auf. Das finanzielle Investitionsvolumen der Schweizer am Kraftwerksprojekt in Wilhelmshaven beläuft sich bislang auf rund 430 Millionen Euro.

Beim Einbau von Stahlelementen ist es auf der Kraftwerksbaustelle am Rüstersieler Groden allerdings zu Schwierigkeiten gekommen. Der Hersteller bemühe sich darum, Lösungen auszuarbeiten, wird ein Sprecher des Unternehmens in den Medien zitiert. Der Umfang der zu erwartenden Mehrkosten ist demnach unklar.

Anstelle des erwarteten Gewinns in Höhe von umgerechnet 82,7 Mio. Euro wird die BKW AG allerdings nach eigenen Angaben im Geschäftsjahr 2011 einen Verlust ausweisen müssen. Grund hierfür seien Wertberichtigungen und Rückstellungen im Umfang von umgerechnet rund 250 Mio Euro . Nach Berücksichtigung der Steuereffekte verringere sich der bisher erwartete Reingewinn von 82,7 Mio um rund 206,7 Mio. Euro auf einen erwarteten Reinverlust von umgerechnet rund 124 Mio Euro. Laut unbestätigten Medienberichten soll ein Großteil der Wertberichtigungen und Rückstellungen der BKW AG auf das Kraftwerksprojekt in Wilhelmshaven entfallen. Neben dem Kraftwerksprojekt am Rüstersieler Groden ist BKW auch an zwei italienischen Gaskombikraftwerken in Livorno Ferraris und Tamarete als Minderheitsgesellschafter beteiligt.

Die Deutschland-Tochter von GDF Suez als Mehrheitsgesellschafterin am Wilhelmshavener Kraftwerksprojekt bezifferte die Mehrkosten bislang noch nicht. Auch der Fertigstellungstermin steht noch nicht fest. Eigentlich sollte das moderne Steinkohlekraftwerk im Jahr 2012 in Betrieb gehen (business-on.de berichtete).

(FN)


 


 

Kraftwerksprojekt
BKW AG
GDF Suez
Mehrheitsgesellschafter
Baukosten
Dörpen
EnBW
Wilhelmshaven
Rüstersieler Groden
BKW
Schweiz
Frankreich
Steinkohle

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Kraftwerksprojekt" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: