Sie sind hier: Startseite Weser-Ems Business-News
Weitere Artikel
Windmesse in Husum eröffnet

Altmaier will mehr Kooperation bei der Energiewende

Zum Auftakt der internationalen Leitmesse Husum WindEnergy hat Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) eine engere Abstimmung zwischen Bund und Ländern beim Ausbau von Windkraft und Stromnetzen gefordert.

Von André Klohn

Notwendig sei ein abgestimmtes Zeitmanagement, sagte Altmaier am Dienstag bei der Eröffnung der Branchenschau im schleswig-holsteinischen Kreis Nordfriesland. Altmaier verwies darauf, dass die Ausbaupläne der Länder 60 Prozent mehr Windenergie vorsähen, als für die Energiewende gebraucht werde.

Als Appell einer Drosselung will Altmaier seine Forderungen jedoch nicht verstanden wissen. Die Steigerung des Windenergieanteils könne aber nicht forciert werden, solange es für diese Energie gar keine Abnehmer gäbe, sagte Altmaier. Viele Bundesländer wie beispielsweise Bayern hätten angekündigt, selbst stromautark ihren Bedarf an erneuerbaren Energien und speziell an Windkapazitäten auszubauen.

Dagegen forderte Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) den Bund auf, den norddeutschen Ländern beim Ausbau der Windenergie Vorrang einzuräumen. "Preiswerter grüner Strom wird aus Wind gemacht, und dieser Strom kommt aus dem Norden", sagte Albig. Die Windenergie sei unverzichtbar für den Erfolg der Energiewende.

Grüne Länder-Umweltminister kritisieren Altmaier

Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck (Grüne) mahnte, "die Windenergie von küstennahen Standorten an Land ist der Preissenker unter den erneuerbaren Energien". Ihn auszubremsen, hieße, "die Energiewende teurer machen". Habeck und sein baden-württembergischer Amtskollege Franz Untersteller (Grüne) forderten Altmaier auf, damit aufzuhören, "Länder gegeneinander auszuspielen, um von den eigenen Unzulänglichkeiten abzulenken". Baden-Württemberg wolle den Windstrom aus Schleswig-Holstein.

Habeck kritisierte, "Altmaier macht orakelhaft Stimmung gegen den Windausbau". Altmaier müsse klarmachen, was er wolle. "Grundlage für den Bundesnetzplan sind 50 Prozent erneuerbare Energien bis 2020 und 65 Prozent bis 2030. Wenn der Bundesumweltminister davon abrücken will, dann soll er das sagen. Wenn er dabei bleiben will, sollten wir die Energiewende geschlossen umsetzten." Untersteller betonte, "Baden-Württemberg war in der Vergangenheit Stromimportregion und wird es im Zug der Abschaltungen der Kernkraftwerke noch stärker werden". Der Windkraft-Ausbau dürfe nicht gebremst werden.

Altmaier bezeichnete die Windenergie als "Rückgrat der Energiewende". Es müsse bei deren Ausbau jedoch Rücksicht genommen werden "auf das, was an Strommengen transportabel ist, wir brauchen eine einzige große Energiewende und nicht 16 kleine". Wesentliches Hemmnis für den weiteren Ausbau der Offshore-Windräder stellten die verzögerten Netzanschlüsse und damit einhergehende Verunsicherungen im Markt dar, sagte Altmaier. "Die Bundesregierung hat ihre Hausaufgaben gemacht. Jetzt sind die Übertragungsnetzbetreiber gefordert, ihren gesetzlichen Verpflichtungen nachzukommen."

Auf der 13. internationalen Branchenschau zeigen rund 1.200 Unternehmen aus 90 Ländern bis Samstag die neuesten technischen Entwicklungen der Windindustrie. Zudem können die ausgestellten Anlagetypen und Komponenten auch im laufenden Betrieb besichtigt werden. Rund 36.000 Fachbesucher werden erwartet.

(dapd)


 


 

Altmaier
Windenergie
Länder
Ausbau
Windkraft-Ausbau
Husum
Windenergy

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Altmaier" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: