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  • 22.07.2011, 22:30 Uhr
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Mappus strebt in die Wirtschaft

Gerüchte über mögliche Vertriebsposition für Merck in Südamerika

Der ehemalige CDU-Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Stefan Mappus, steht laut einem Bericht des "Handelsblatts" kurz vor einem Wechsel zum Darmstädter Pharmakonzern Merck. Damit wäre dieser in guter Gesellschaft.


Von Matthias Jekosch

Einen ähnlichen Schritt haben in jüngster Vergangenheit mehrere Politiker vollzogen. Der einstige thüringische Regierungschef Dieter Althaus berät den österreichischen Autozulieferer Magna, die ehemalige baden-württembergische Bildungsministerin Marion Schick zieht es als Personalvorstand zur Telekom, und Roland Koch (alle CDU), langjähriger Ministerpräsident in Hessen, führt seit Juli das MDax-Unternehmen Bilfinger Berger.

Mappus soll laut "Handelsblatt" zwei Angebote aus der Wirtschaft vorliegen haben. Ihn ziehe es für Merck nach Südamerika, berichtet das Blatt unter Berufung auf vertraute Kreise. Mappus könnte eine Vertriebsfunktion übernehmen, heißt es in der Zeitung. Bei Siemens habe er vor seiner politischen Karriere bereits im Vertrieb für Telekommunikationsanlagen gearbeitet.

Mappus will sich beruflich neu orientieren

Der Politiker selbst wollte sich am Freitag nicht öffentlich zu den Plänen äußern. "Ich führe derzeit in Ruhe eine Reihe von Gesprächen und über diese wiederum spreche ich nur mit meiner Frau und mit niemandem sonst", sagte er. Mit seiner politischen Laufbahn dürfte es ab Samstag vorerst vorbei sein. Dann wählt die baden-württembergische CDU einen neuen Vorsitzenden. Mappus tritt nicht mehr an. "Ich habe verschiedentlich darauf hingewiesen, dass ich die Absicht habe, mich für die Zukunft beruflich neu zu orientieren", sagte er.

Der Wechsel in die Wirtschaft ist bei manchen Politikern allerdings nicht ohne Geschmäckle. Immerhin könnten sie in ihrer Amtszeit bereits Entscheidungen getroffen haben, von denen die Unternehmen später profitieren. Bilfinger Berger hatte in Kochs Regierungszeit einen 80-Millionen-Euro-Auftrag zum Bau der Nordwest-Landebahn am Frankfurter Flughafen erhalten. Koch sagte dazu, dass er als Aufsichtsratsmitglied beim Flughafen-Betreiber Fraport nicht mit der Auftragsvergabe befasst gewesen sei.

Insbesondere die hessische SPD hatte nach Bekanntwerden des Wechsels eine Karenzzeit für solche Fälle gefordert. Ihr Generalsekretär, Michael Roth verwies auf die Regelungen der EU-Kommission. Dort gelte ein Verhaltenskodex, wonach Kommissare nach dem Ende ihrer Amtszeit ein Jahr lang ihre Tätigkeiten nach Brüssel melden müssen. Ein dreiköpfiges Ethikkomitee prüfe dann, ob zwischen dem neuen Job und der Kommissarstätigkeit ein Zusammenhang bestehe, und ob sich der Politiker "bei der Annahme gewisser Tätigkeiten oder Vorteile ehrenhaft und zurückhaltend" verhalten habe.
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(dapd )


 


 

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