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Institut der deutschen Wirtschaft

"Dichter Nebel" umwabert Konjunkturprognosen

Die Zukunftserwartungen der meisten deutschen Unternehmen sind eher verhalten: Zwar rechnen sie nicht mit einer Rezession, doch ergab die Herbstumfrage des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) eine deutlich gewachsene Unsicherheit.

"Dichter Nebel umgibt derzeit die Konjunkturprognosen", umschrieb Institutsleiter Michael Hüther am Montag den Umstand, dass die Auswirkungen der Finanzmarktkrise auf die Realwirtschaft "derzeit nur schwer zu fassen" seien.

So registrierte das IW eine "gewaltige Fallhöhe" bei den Produktionserwartungen der Unternehmen: Blickten vor einem halben Jahr noch 61 Prozent der Befragten zuversichtlich in die Zukunft, so waren es bei der Herbstumfrage nur noch 31 Prozent. Abgesehen von den Krisenjahren 2008 und 2009 bedeute dies "die schlechteste Perspektive seit Frühjahr 2003". Ähnlich sieht es Hüther zufolge bei den Exporterwartungen aus: Der Saldo aus positiven und negativen Erwartungen belief sich auf zehn Prozentpunkte; im Frühjahr waren es noch 35.

Dennoch sind laut IW die Investitionspläne der Unternehmen "immer noch leicht besser als im Frühjahr 2010". So ergab sich als Fazit der IW-Herbstumfrage, dass die Konjunktur auf der Kippe stehe und die Rezessionsgefahr gestiegen sei, aber 2012 keine Rezession drohe. Die Wirtschaft dürfte laut Hüther um ein Prozent wachsen.

Die Unternehmen sind demnach zwar sehr verunsichert, rechnen aber nicht mit einer Rezession. Die Hälfte der Firmen rechnet laut IW für 2012 mit konstanten Geschäften. Rund 31 Prozent erwarten sogar einen Produktionszuwachs, annähernd 19 Prozent ein Minus. Das IW befragte fast 2.600 Unternehmen in West- und Ostdeutschland.

Keitel: Abschwung unwahrscheinlich

Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Hans-Peter Keitel, sieht für ein "erneutes Rezessionsszenario" keinen Anlass. "Die industrielle Produktion und die Lageeinschätzung der Unternehmen sind auf hohem Niveau, die Auftragsbücher der Firmen gut gefüllt." Dass der Aufschwung nach "zwei ausgesprochen wachstumsstarken Jahren" leicht zurückgehe, sei "konjunkturelle Normalität". Von den Banken forderte Keitel, "sich wieder auf ihre dienende Funktion für die Realwirtschaft zu besinnen" und Firmen bessere Finanzierungsmöglichkeiten anzubieten.

(dapd )


 


 

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