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Bei Incentive-Reise Nachtclub in Rio besucht - Bausparkasse will Konsequenzen ziehen

Eine Fahrt für Vertreter der Wüstenrot Bausparkasse nach Rio de Janeiro wurde für mehrere Teilnehmer zu einer ausschweifenden Lustreise. Rund 20 Außendienstler besuchten einem Bericht des "Handelsblatts" (Montagsausgabe) zufolge im April 2010 den Nachtclub "Barbarella" in Rio de Janeiro, einen Kontakthof für käuflichen Sex.


Ein Bus habe die Handelsvertreter vor dem Bordell abgesetzt. "Die Bustüren gingen auf, und etwa die halbe Gruppe stieg aus, inklusive Bereichsleiter und Direktoren", berichtete ein Teilnehmer der Zeitung. "Ich habe nur gedacht: Das kann ja wohl nicht sein, dass uns die Wüstenrot hier zum Puff kutschiert."

Nach Erkenntnissen der Bausparkasse besuchten 14 bis 20 der insgesamt 50 mitgereisten Handelsvertreter das "Barbarella". Mindestens drei, darunter auch Führungskräfte, hätten sich Prostituierte mit aufs Zimmer genommen.

Munteres Treiben auf den Hotelfluren

Auf den Hotelfluren habe ein munteres Treiben geherrscht. "Die brasilianische Polizei griff einen unserer Direktoren nachts im Beisein einer Prostituierten am Strand auf", zitierte das Blatt den Reiseteilnehmer.

Wüstenrot teilte am Montag mit, man unterstütze, organisiere oder finanziere keine Aktivitäten, die gegen den Verhaltenskodex der Bausparkasse verstoßen. Die Vorfälle in Rio de Janeiro würden derzeit intensiv geprüft.

"Eindeutige Ausschweifungen im Rahmen einer Dienstreise verstoßen selbstverständlich gegen unsere Verhaltensrichtlinien", erklärte Wüstenrot-Vorstand Bernd Hertweck. "In diesen Fällen werden wir, wenn es angemessen und rechtlich möglich ist, personelle Konsequenzen ziehen. Sollte dies nicht möglich sein, werden wir zumindest disziplinarische Maßnahmen ergreifen."

Wüstenrot will nur noch innerhalb Deutschlands verreisen

Ab 2012 komme nur noch Deutschland als Ziel für Incentive-Reisen infrage. Wie das Unternehmen mitteilte, kostete die Reise nach Brasilien rund 200.000 Euro.

Die Vorfälle bei Wüstenrot erinnern an den im Mai dieses Jahres bekanntgewordenen Skandal bei der Hamburg-Mannheimer. Die Versicherung hatte 2007 die traditionsreiche Gellert-Therme in Budapest angemietet und eine ausschweifende Betriebsfeier veranstaltet. Zahlreiche Prostituierte sollen bezahlt worden sein, um die 100 besten Vertreter zu belohnen.

(dapd )


 


 

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