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Interview mit Prof. Dr. Armin Lewald

Unsere Serie "business-on.de fragt nach", führen wir mit einem Interview mit dem Haushalts- und Ernährungswissenschaftler Prof. Dr. Armin Lewald fort. Er erstellt im Auftrag eines Verlags Broschüren über das Bildungsangebot in Wirtschaftsregionen und geht auf das Thema Bildung als Standortfaktor ein.

business-on.de: Herr Professor Lewald, Sie erstellen Broschüren über das Bildungsangebot in einzelnen Wirtschaftsregionen. Was ist der Antrieb?

Armin Lewald: Führungskräfte, um die sich die Wirtschaftsförderung bemüht, möchten – wenn sie verheiratet sind und Kinder haben – wissen, ob sie einen Wechsel des Familienstandortes z.B. von Süddeutschland in den Norden ihren Kindern gegenüber rechtfertigen können. Ihnen geht es ganz persönlich um die Frage, wie leistungsfähig und zukunftssicher das Bildungswesen bei uns im Norden ist.

business-on: In wessen Auftrag werden Sie tätig?

Lewald: Formal ist der Verlag Kommunikation & Wirtschaft aus Oldenburg der Auftraggeber. Er beauftragt mich in der Regel auf Veranlassung einer Wirtschaftsförderungsgesellschaft oder auf Anfrage eines Stadtelternrates.

business-on.de: Welches Interesse hat eine Wirtschaftsförderungsgesellschaft aus der Region an Broschüren mit dem Schwerpunkt berufliche Bildung oder einem Schulwegweiser für allgemein bildende Schulen?

Lewald: Das Bildungswesen ist ein Standortfaktor. Das gilt für die die berufliche Bildung ebenso wie für das allgemein bildende Schulwesen.

Wer sich um die wirtschaftliche Entwicklung einer Region oder einer Stadt kümmern will, tut daher gut daran, sich einen Überblick über das „Spielfeld Berufsinformation“ zu verschaffen. Unbestritten dürfte sein, dass ein gut ausgebautes Bildungswesen eine der Voraussetzungen für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit eines Standortes, einer Region ist.

Den Mitarbeitern der Wirtschaftsförderung werden darüber hinaus von Interessenten häufig tiefer gehende Fragen gestellt. Zu ihrer Beantwortung reicht eine allgemeine Floskel meist nicht aus. Die Broschüren sollen sie in die Lage versetzen, eine konkrete und realistische Antwort zu geben. „Waschzettelrabulistik“ ist dabei nicht gefragt.

business-on.de: Haben auch Unternehmen direkt einen Nutzen von solchen Schriften?

Lewald: Manche Unternehmen möchten Kontakte zu Schulen aufbauen. Das kann unter dem Aspekt der Nachwuchsgewinnung sehr sinnvoll sein. Da macht es Sinn, sich über die potenziell ansprechbaren Schulen, ihre Profile und ihre besonderen Lernangebote zu informieren. Wenn die Schule z.B. laut der Angaben in der Broschüre ein oder zwei Schülerfirmen betreibt, dann hat man einen konkreten Ansatzpunkt, wie man miteinander ins Gespräch kommen kann. Schülerfirmen bedürfen immer professioneller Hilfe.

business-on.de: Welchen Nutzen sehen Sie in ihren vergleichenden Zusammenstellungen über das regionale Bildungsangebot noch?

Lewald: Eine Zusammenstellung aller Schulen vor Ort und ihrer Profile nach vergleichbaren Mustern macht eine Defizitanalyse möglich. Die Kernfrage lautet dabei : bietet das Bildungswesen vor Ort eine Gewähr für eine solide Ausbildung künftiger Fachkräfte?

Es kann sich bei einer solchen Zusammenstellung des Bildungsangebotes z.B. herausstellen dass es trotz aller markigen Worte zur Notwendigkeit einer Ausbildung junger Menschen in sog. MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) vor Ort keine konsequent naturwissenschaftlich ausgerichtete Schule gibt. Da der Schulträger für das Schulangebot vor Ort verantwortlich ist, kann eine Defizitanalyse Vertretern der Wirtschaft oder auch einzelnen Unternehmen das Signal geben, das Gespräche mit bildungspolitischen Entscheidungsträgern vor Ort zu suchen, vor allem dann, wenn sog. MINT – Kompetenzen für den heimischen Arbeitsmarkt dringlich erforderlich sind.

(Redaktion)


 


 

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