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Zahlreiche Flüge gestrichen

Streik sorgt für Chaos an Flughäfen Hamburg und Düsseldorf

Tausende Passagiere an den Flughäfen in Düsseldorf und Hamburg mussten am Donnerstag wegen eines erneuten Streiks des Sicherheitspersonals am Boden bleiben.

Von Matthias Jekosch

In Hamburg wurde am Vormittag fast die Hälfte der für den Tag vorgesehenen 179 Abflüge gestrichen, wie eine Flughafen-Sprecherin der Nachrichtenagentur dapd sagte. In Düsseldorf annullierten die Fluggesellschaften einem Sprecher zufolge bis zum Vormittag 122 Abflüge und 61 Ankünfte.

Hintergrund sind die Tarifverhandlungen zwischen der Gewerkschaft ver.di und dem Bundesverband für Sicherheitswirtschaft (BDSW), die bislang zu keiner Einigung führten. Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) forderte ein Zurückkehren an den Verhandlungstisch.

Verdi hatte das Sicherheitspersonal an den beiden Flughäfen aufgerufen, von 4.00 Uhr morgens bis Mitternacht die Arbeit niederzulegen. Ursprünglich hatte der Düsseldorfer Flughafen für Donnerstag 550 Starts und Landungen geplant. Etwa 48.000 Passagiere wurden erwartet. Trotz des Streiks waren an dem Flughafen elf Kontrollschleusen geöffnet. Offenbar seien viele Reisende zudem vorab über die Flugausfälle informiert gewesen, weswegen die Warteschlangen nicht so lang ausfielen, wie bei den vorangegangenen Streiks, beobachtete der Sprecher.

Nur zwei von 20 Kontrollen in Hamburg geöffnet

Chaotischer war die Situation am Flughafen Hamburg, wo nur zwei von 20 Kontrolllinien geöffnet waren. Reisende müssten sich auf Wartezeiten von mehreren Stunden einstellen, sagte die Sprecherin.

BDL-Präsident Klaus-Peter Siegloch kritisierte die Gewerkschaft für den Streikaufruf. "Die ständig zunehmenden Streiks von kleinen Berufsgruppen im Luftverkehr haben inzwischen ein bedrohliches Ausmaß für die ganze Branche angenommen", sagte er. Keine drei Monate seien in den letzten zwei Jahren ohne Streiks oder Streikandrohungen in der deutschen Luftfahrt vergangen. "Zehntausende von Passagieren werden bei jedem Streik in Geiselhaft genommen", sagte Siegloch und forderte von Verdi die Rückkehr an den Verhandlungstisch.

In Hamburg fordert die Gewerkschaft für die sogenannten Luftsicherheitsassistenten einen Stundenlohn von 14,50 Euro. Ein Angebot des BDSW von 12,75 Euro ab März und 13,50 Euro ab Januar 2014 hatte die Gewerkschaft abgelehnt. In Nordrhein-Westfalen will ver.di für die 34.000 Beschäftigten der Branche Lohnerhöhungen von 2,50 bis 3,64 Euro.

Bereits Ende Januar hatte das Sicherheitspersonal unter anderem an den Flughäfen Düsseldorf und Köln-Bonn an zwei Tagen die Arbeit niedergelegt und damit für Behinderungen im Luftverkehr gesorgt. Auch in Hamburg trat das Sicherheitspersonal in dem Monat in den Ausstand. Betroffen waren auch da Tausende Reisende.

(dapd)


 


 

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