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Der Große Zapfenstreich

Der Große Zapfenstreich ist derzeit in aller Munde. Hintergrund ist die Verabschiedung von Bundespräsident a.D. Christian Wulff am Donnerstag, den 8. März 2012 im Park von Schloss Bellevue in Berlin. Doch was ist der Zapfenstreich eigentlich und welchen Hintergrund hat dieser? Im Folgenden Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Der Name Zapfenstreich stammt nach Angaben des Bundespräsidialamtes aus der Zeit der Landsknechte. Im Jahre 1596 wurde erstmals ein Abendsignal in Verbindung mit dem „Zapfenschlag“ erwähnt. Mit einem solchen Schlag bzw. Streich auf den Zapfen eines Fasses gab der Profos, Verwalter der Militärgerichtsbarkeit, das Signal zur Nachtruhe, die unbedingt einzuhalten war.

Vom Zeitpunkt des Zapfen an durfte der Wirt keine Getränke mehr ausgeben, die Landsknechte hatten sich in ihre Zelte zu begeben und Ruhe zu halten.

Im Laufe der Zeit wurde es üblich, das Zeichen zur Nachtruhe auch in musikalischer Form zu geben. Bei der Kavallerie geschah dies durch Trompetensignale (die „Retraite“), bei der Infanterie durch besondere Spielstücke für Flöte und Trommel.

Bundeswehr übernahm Tradition nach dem 2. Weltkrieg

Das heute übliche Zeremoniell des Großen Zapfenstreichs geht laut Bundespräsidialamt auf die Befreiungskriege von 1813 bis 1815 zurück. Aus dieser Zeit stammt der Brauch, dem Zapfenstreich ein kurzes Abendlied folgen zu lassen. König Friedrich Wilhelm III befahl unter dem Eindruck eines Brauches in der Russischen Armee im August 1813 auch bei seinen Truppen nach dem Zapfenstreich ein Gebet. Auf dieser Grundlinie (Locken – Zapfenstreich – Gebet) stellte Friedrich Wilhelm Wieprecht die noch heute gültige Form des Großen Zapfenstreiches mit Aufmarsch und Musik zusammen. Der Große Zapfenstreich wurde erstmals 1838 aufgeführt.

Auch nach Ende des 2. Weltkriegs setzte die neu gegründete Bundeswehr die Tradition in der vormaligen Hauptstadt Bonn fort. An der Spree wird der Große Zapfenstreich auch heute noch als Ehrerweisung bei der Verabschiedung von Bundespräsidenten, Bundeskanzlern und Verteidigungsministern sowie hochrangigen Mitgliedern der Bundeswehr aufgeführt.

(Redaktion)


 


 

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