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Zeitungsgruppe Ostfriesland

Widerstand gegen geplante Personalkürzungen - MdBs schreiben Brief

Bereits seit Wochen sorgen geplante Personalkürzungen bei der Zeitungsgruppe Ostfriesland (ZGO) für Unruhe innerhalb der Belegschaft. Nach den derzeitigen Plänen sollen insgesamt 17 Mitarbeiter der Ostfriesen-Zeitung (Leer) und des General-Anzeigers (Rhauderfehn) ihre Arbeitsplätze verlieren, die meisten davon Redakteure. Gefährliche Konkurrenz ist in Ostfriesland indes bislang nicht in Sicht.

Die Verlagsleitung hat zwischenzeitlich mitgeteilt, dass die Redaktionen Emden/Norden sowie Aurich/Wittmund in einem Team zusammengelegt werden. Die Redaktion in Norden mit drei Redakteuren soll geschlossen werden. Redakteurinnen und Redakteuren ab dem 58. Lebensjahr werden Angebote für einen vorzeitigen Berufsausstieg gemacht. Von den Kündigungen betroffen ist vor allem die Redaktion der Ostfriesen-Zeitung.

Der Landesverband Niedersachsen im Deutschen Journalistenverband (DJV) sieht in den Kündigungen eine Gefahr für die Pressevielfalt im nordwestlichen Niedersachsen und befürchtet zudem einen Qualitätsverlust in der regionalen Presse.

OZ: Chef vom Dienst im Frühjahr freigestellt

Schon Anfang des Jahres war nach DJV-Angaben der Chef vom Dienst der Ostfriesen-Zeitung mit sofortiger Wirkung freigestellt worden. Den Leitern der Ostfriesen Zeitung-Bezirksredaktionen in Emden, Aurich und Leer soll zudem gekündigt werden. Zudem will die Geschäftsleitung die Redaktion im ostfriesischen Norden komplett schließen. Hiervon wären drei Redakteure betroffen, deren Arbeit von freien Mitarbeitern übernommen würde. Ferner soll die Redaktionstechnik im Stammhaus in Leer-Logabirum aufgegeben und die Tätigkeit fremd vergeben werden. Dort wären auch mehrere Mitarbeiter betroffen.

Nach DJV-Angaben begründet die Geschäftsleitung der Zeitungsgruppe Ostfriesland den geplanten Personalabbau mit Kostensteigerungen und Einnahmeausfällen im Anzeigengeschäft. Man wolle sich mit den Maßnahmen zudem auf zu erwartende Krisenzeiten einstellen, heißt es u.a. bei der Ostfriesen-Zeitung. Zu einem späteren Zeitpunkt sollen demnach weitere Kündigungen ausgesprochen werden.

„Es ist ja nicht so, dass es den Zeitungen wirtschaftlich schlecht geht." (Hartmut Kern, Vorsitzender des DJV-Bezirksverbandes Elbe-Weser-Ems)

DJV: Verlag steht auf gesunden Füßen

Der Verlag stehe allerdings auf gesunden Füßen, kontert man beim Deutschen Journalisten-Verband (DJV): in den Jahren 2005 bis 2010 seien insgesamt 15,3 Millionen Euro an Gewinnen und Pacht an die Verleger ausgezahlt worden. „Es ist ja nicht so, dass es den Zeitungen wirtschaftlich schlecht geht“, so Hartmut Kern, Vorsitzender des DJV-Bezirksverbandes Elbe-Weser-Ems. Das Gegenteil sei erfreulicherweise der Fall. „Hier geht es offensichtlich um eine Erhöhung der Gewinne für die Anteilseigner.“ Tatsächlich: Größere Konkurrenz ist in Ostfriesland bislang nicht vorstellig geworden.

Dem Betriebsrat der Ostfriesen-Zeitung in Leer liegen inzwischen nach eigenen Angaben die ersten Anhörungen zu beabsichtigten Kündigungen vor. Die Geschäftsführung der Zeitungsgruppe Ostfriesland (ZGO) hatte zuvor bis zu 20 Kündigungen angedroht. Zu den Betroffenen gehörten zuletzt am 23. Februar drei Redakteure und vier Redaktionsmitarbeiter.

"Eine starke Verringerung des redaktionellen Personals und die Trennung insbesondere von sehr erfahrenen Journalisten Ihrer Zeitungsgruppe werden fast zwangsläufig zu einer schlechteren
journalistischen Qualität führen ." (Auszug aus dem Abgeordneten-Brief)

Abgeordnete aus der Region schreiben Brief

Die Europa-, Bundestags- und Landtagsabgeordneten aus den ostfriesischen Wahlkreisen haben sich inzwischen geschlossen  in einem gemeinsamen Brief an die Verleger der ZGO gewandt.

Die Abgeordneten drücken darin ihre ernsthafte Sorge über geplante und teilweise bereits ausgesprochene Kündigungen im redaktionellen Bereich der ZGO aus. Wörtlich heißt es in dem Brief: "Eine starke Verringerung des redaktionellen Personals und die Trennung insbesondere von sehr erfahrenen Journalisten Ihrer Zeitungsgruppe werden fast zwangsläufig zu einer schlechteren
journalistischen Qualität führen ? Wir meinen, dass die Bevölkerung einen Anspruch auf völlige Transparenz Ihrer Entscheidungen hat. Das gebietet Ihr öffentlicher Auftrag."

Unterzeichner sind der Europaabgeordnete Matthias Groote, SPD, die
Bundestagsabgeordneten Gitta Connemann und Hans-Werner Kammer, beide CDU, Garrelt Duin und Karin Evers-Meyer, beide SPD, Hans-Michael-Goldmann, FDP, und Thilo Hoppe, Grüne, sowie die Landtagsabgeordneten Hermann Dinkla, Reinhard Hegewald und Ulf Thiele, alle CDU, Hans-Dieter Haase, Johanne Modder und Wiard Siebels, alle SPD, Roland Riese, FDP, und Meta Janssen-Kucz, Grüne. 


(Red. / oy)


 


 

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