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60 Jahre Grundgesetz

Zentralrat der Muslime: Gute Muslime sind auch gute Bürger

Anlässlich des bevorstehenden 60. Geburtstags des Grundgesetzes hat der Generalsekretär des Zentralrats der Muslime die verbreiteten Zweifel an der Verfassungstreue deutscher Muslime kritisiert. Loyalität zum Grundgesetz sei "eine bare Selbstverständlichkeit und es mutet etwas seltsam an, wenn einem ständig Bekenntnisse dazu abgefordert werden", sagte Aiman A. Mazyek dem in Berlin erscheinenden "Tagesspiegel".

Es stimme zwar, dass auch in den muslimischen Gemeinden der Islam gelegentlich so gelesen werde, "als sei er die Anleitung zu einer anderen Gesellschaftsordnung". Da müssten auch die Muslimverbände weiter aufklären. Man solle aber "die Moschee im Dorf lassen", sagte Mazyek. "Für die übergroße Mehrheit der Muslime in Deutschland ist es eine Selbstverständlichkeit, Bürger dieses Staates zu sein und auf dem Boden der Verfassung zu stehen." Das Grundgesetz sei "wunderbar" und die Scharia kein Hindernis für Verfassungstreue. Nur Glaubensdinge wie Gebet und Bekenntnis seien daran unveränderlich, alles übrige "veränderlich und dynamisch": "Die Scharia ist kein Katechismus." Mazyek: "Ich kann mir nicht vorstellen, wie ein guter Muslim ein schlechter Bürger sein sollte."

Beschränkung von Freiheitsrechten: Muslime fühlen sich als Steigbügelhalter

Mazyek kritisierte zugleich die Sicherheitspolitik im Rahmen der Terrorismusbekämpfung. Muslime fühlten sich da manchmal als "unfreiwillige Steigbügelhalter" und es mache ihn als Muslim "traurig und sprachlos", wie wenig Widerstand es aus der übrigen Gesellschaft gebe, sobald die Einschränkung von Freiheitsrechten mit dem Kampf gegen islamistischen Terror begründet werde. "Tatsächlich beschneidet man im Datenschutz, beim Abhören die Freiheiten aller Bürger."

(Redaktion)


 


 

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1 Kommentar

von jan
03.06.09 23:45 Uhr
Rundfunkbeitrag

warum bringen die muslime deutschlands nicht - genauso wie christen und juden - beiträge im öffentlich rechtlichen rundfunk ?

§ 42RStV sieht sendezeiten für evangelische, katholische und jüdische kirchen vor, jedoch steht im beck'schen kommentar, daß auch 'sonstige reliogiongemeinschaften' in freier entscheidung entprechende sendezeiten übertragungszeiten zur verfügung stehen

bevorzugung ist nicht verfasungskonform

mfg jan mönnich

 

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