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Zentralrat der Juden

Dieter Graumann zum neuen Vorsitzenden gewählt

Dieter Graumann ist neuer Vorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland. Der institutionalisierte Einfluss des Zentralrats der Juden allein reicht nicht mehr, um die Zukunft der jüdischen Gemeinden zu sichern. Das berichtet der in Bremen erscheinende "Weser-Kurier". Die Gemeinden bestünden heute zu 90 Prozent aus russischen Einwanderern, die integriert werden müssten. Zudem seien die Gemeinden nach dem dramatischen Zuwachs in den 90er Jahren schon wieder stark überaltert.

Die Sterberate sei sechsmal höher als die Geburtenrate, beklagt beispielsweise ZdJ-Generalsekretär Stephan Kramer - und aus Osteuropa komme kaum noch jemand nach. Die jüdischen Gemeinden stehen also vor ganz ähnlichen Herausforderungen wie die christlichen: Es geht um Attraktivität, um die Mobilisierung der eigenen Reihen, um die jungen Familien, um neue Angebote, um Öffnung auch hin zu den weniger streng Gläubigen. Mit dem Duo Graumann/Kramer an der Spitze kann das gelingen. Beide sind sich bewusst, dass dem jüdischen Leben in Deutschland keine Diskriminierung, sondern eher Auszehrung droht. Die Erinnerung an den Holocaust und die Solidarität mit dem jüdischen Staat sind sicherlich unverzichtbar für die eigene Identität, doch das Programm des ZdJ muss weit über sie hinausweisen.


(ots/Redaktion)


 


 

Gemeinden
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